Unbeschwerte Ferien: 66 Kinder beim 23. Outdoor Camp der Polizei

Rostock – Noch bis kommenden Dienstag, 22. August, verbringen 66 Kinder aus ganz Mecklenburg-Vorpommern ihre Ferien im „Outdoor Camp“ der Polizei in der Landesfeuerwehrschule in Malchow. Beamte aus allen Bereichen der Landepolizei MV haben sieben Tage lang ein abwechslungsreiches Programm für die Kinder aufgestellt und sind dabei gleichzeitig als Betreuer tätig. Höhepunkt ist der Polizei- und Feuerwehraktionstag am Montag, bei dem auch Innenminister Lorenz Caffier und Anja Hamann, Leiterin des Führungsstabs des Polizeipräsidiums Rostock, die Kinder besuchen werden.

Das Outdoor Camp ist für Kinder, die z.B. in Großfamilien oder Kinderheimen aufwachsen bzw. deren Eltern finanziell nicht in der Lage sind, ihren Kindern eine Ferienfahrt oder die Mitgliedschaft in Sportvereinen zu ermöglichen. Auch Kinder, die Opfer von Straftaten geworden sind, werden durch die Fachkräfte der örtlich zuständigen Jugendämter bzw. Präventionssachbearbeiter der Kommunen ausgewählt. Finanzielle Unterstützung erhält das Outdoor Camp vom Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung. Weitere Zuschüsse kommen von den Landkreisen und kreisfreien Städten der teilnehmenden Kinder.

Insgesamt kümmern sich 23 Betreuer aus den verschiedenen Dienststellen der Landespolizei MV um die Kinder. Sie sind vertrauensvolle Ansprechpartner und sorgen dafür, dass sich die Kinder schnell in die Gruppe integrieren. In vielen Einzel- und Gruppengesprächen mit den Betreuern werden Themen wie Gewalt an Schulen oder Straftaten wie z.B. Diebstähle diskutiert. Zu den typischen Ferienerlebnissen gehören der Besuch des Erdbeerhofes in Rövershagen, des Piraten-Open-Airs in Grevesmühlen und der Sommerrodelbahn in Malchow. Ein Abenteuertag mit Lagerfeuer sowie ein Neptunfest sind geplant. Höhepunkt wird aber traditionell der Polizei- und Feuerwehraktionstag am Montag, 21. August. Neben einer Vorführung von spezieller Kriminaltechnik bekommen die Kinder auch ein Training von Spezialkräften zu sehen.

Breitbandausbau im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Schwerin – Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung hat vier Förderbescheide zur Kofinanzierung der Bundesförderung zum Breitbandausbau im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ausgereicht.

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hatte mit den letzten vier, bislang noch nicht durch Bundesförderung abgesicherten Breitbandausbauprojekten erfolgreich am 3. Call des Bundesförderprogramms teilgenommen. Die zugesagte Bundesförderung in Höhe von mehr als 20,43 Millionen Euro wird durch rund 6,89 Millionen Euro Landesmittel flankiert. Die vier Projektgebiete umfassen die Gemeinden Röbel/Müritz, Feldberg, Demmin, Kummerow, Malchin, Neukalen, Faulenrost, Gielow und Basedow.

Der Landkreis hatte in den ersten drei Förderaufrufen des Bundes 18 Projektgebiete beantragt, von denen alle bewilligt wurden. Insgesamt stehen damit knapp 161 Millionen Euro Bundesmittel und ca. 51 Millionen Euro Landesmittel für den Landkreis zur Verfügung.

Um bis zum Jahr 2018 deutschlandweit eine flächendeckende Breitbandabdeckung mit Datenraten von mindestens 50 Mbit/s zu erreichen, stellt der Bund etappenweise mehrere Milliarden Euro Fördermittel bereit. Die Förderung des Bundes beträgt bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten eines Ausbauprojektes. Das Land Mecklenburg-Vorpommern stellt ergänzend eine Kofinanzierung bereit. Im Ergebnis der ersten vier Projektaufrufe wurden alle 93 im Land gebildeten Projektgebiete vom Bund bewilligt. Ein Erfolg, den bundesweit bislang nur Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen kann. Insgesamt werden mehr als 832 Millionen Euro Bundesmittel nach Mecklenburg-Vorpommern fließen, ergänzt um eine knappe halbe Milliarde Euro Landesmittel als Kofinanzierung und zur Deckung des Kommunalen Eigenanteils.

„Die moderne Informations- und Kommunikationstechnik ist im privaten wie beruflichen Leben kaum mehr wegzudenken und gewinnt weiterhin an Bedeutung. Die Grundvoraussetzung dafür, dass unser Land an dieser Entwicklung partizipieren kann, ist eine flächendeckende Breitbandversorgung. Durch eine beispiellose Zusammenarbeit von Land, Kommunen und Breitbandkompetenzzentrum ist es uns gelungen, durch Generierung aller beantragten Bundesmittel den flächendeckenden Ausbau im Land zu sichern. Nach Umsetzung aller Projekte werden wir die Breitbandversorgung mit mindestens 50 Mbit/s in Mecklenburg-Vorpommern von derzeit 57,4 Prozent auf 86 Prozent gesteigert haben, im ländlichen Raum gar von 19,5 auf über 94 Prozent“, so der Minister für Digitalisierung Christian Pegel.

Bildungsmonitor 2017: Land macht Sprung nach vorn

Ministerin Hesse: Bildung nicht allein aus wirtschaftlicher Perspektive betrachten

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat im Bildungsmonitor 2017 einen Sprung nach vorne gemacht. Im bundesweiten Vergleich der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft belegt der Nordosten Platz sieben. Im Bildungsmonitor 2016 war es noch Platz elf.

„Ich freue mich darüber, dass sich die soziale Herkunft der Kinder vergleichsweise wenig auf ihre Bildungsergebnisse auswirkt. Das ist eine gute Nachricht. Positiv ist ebenfalls die zweithöchste Promotionsquote aller Bundesländer“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Dennoch dürfen wir die Ergebnisse des Vergleichs nicht überbewerten. Der Bildungsmonitor ist keine unabhängige Studie, sondern versucht aus ökonomischer Sicht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Bildung darzustellen. Bildungserfolge von Kindern und Jugendlichen dürfen wir aber nicht allein aus wirtschaftlicher Perspektive betrachten“, mahnte Hesse.

Handlungsbedarf sieht der Bildungsmonitor beim Anteil der Jugendlichen, die ihre Ausbildung abbrechen, der Altersstruktur von Lehrerinnen und Lehrern und beim Anteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im MINT-Bereich.

„Alle angesprochenen Themenfelder sind uns bekannt“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Mit einer zielgerichteten Berufs- und Studienorientierung wollen wir den Übergang von der Schule in den Beruf verbessern. In der Statistik müssen wir aber auch die Jugendlichen bedenken, die in eine andere Ausbildung wechseln. Grund für die Altersstruktur der Lehrerinnen und Lehrer ist das damals beschlossene Lehrerpersonalkonzept von Gewerkschaften und Landesregierung. Im Übrigen müsste mir mal jemand erklären, was gegen erfahrene Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen spricht. Mit der Kampagne ‚Studieren mit Meerwert‛ werben wir für attraktive Studiengänge in den naturwissenschaftlichen und mathematisch-technischen Fächern. Wir wollen deutlich machen, dass es sich lohnt, einen Beruf im MINT-Bereich zu ergreifen“, erläuterte die Ministerin.

Bau des Kreuzungsbahnhofs Schmollensee

Schmollensee – Die Usedomer Bäderbahn (UBB) erhält vom Infrastrukturministerium eine Zuwendung über rund 4,13 Millionen Euro für die Errichtung des Kreuzungsbahnhofs Schmollensee.

Um das derzeitige Zugangebot im Schienenpersonennahverkehr auf Usedom aufrecht zu erhalten und die Fahrplanstabilität bei Verspätungen zu verbessern, soll der Bahnhof Schmollensee zu einem Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden.

Gemäß bundesgesetzlichen Sicherheitsanforderungen sorgen Magnetvorrichtungen, sogenannte punktförmige Zugbeeinflussungsanlagen, im Bahnverkehr dafür, dass ein Überfahren von Haltesignalen durch Züge verhindert wird. Zudem wird durch sie die Geschwindigkeit der Züge kontrolliert. Diese Technik führt im Inselnetz der UBB insgesamt zu leichten Fahrtzeitverlängerungen, die auf den eingleisigen Strecken nur durch die Einrichtung zusätzlicher Kreuzungsmöglichkeiten kompensiert werden können.

Durch den Umbau zum Kreuzungsbahnhof können Züge auf einem neu zu errichtenden Ausweichbahngleis das Eintreffen von Zügen aus der Gegenrichtung abwarten bzw. sie passieren lassen. Die Züge können sich also „kreuzen“. So soll der Fahrplan insgesamt stabiler laufen und Verspätungen im Abschnitt Ückeritz – Bansin einfacher ausgeglichen werden. Unter anderem werden die Schülerzüge im neuen Bahnhof kreuzen.

Während der Bauphase werden Züge nicht am Haltepunkt Schmollensee halten. Die Maßnahme wird zu 75 Prozent vom Land gefördert.

Unterhaltungsbaggerung im Fahrwasser der Zufahrt zum Industriehafen Berndshof

Berndsdorf – Der Landkreis Vorpommern-Greifswald plant im Industriehafen Berndshof eine Unterhaltungsbaggerung, weil durch Versandung die Fahrwassertiefe beeinträchtigt ist. Der geplante Baggerbereich beinhaltet die Grundfläche des Hafenbeckens, die Anlegeflächen vor dem Westanleger und die Grundfläche des Wendebeckens bis zum letzten Tonnenpaar der Fahrwasserrinne. Der Landkreis ist als Eigentümer zuständig für die Einhaltung der Solltiefe im Hafenbecken.

Mit Fördermitteln in Höhe von rund 807.000 EUR unterstützt das Innenministerium dieses Vorhaben. Minister Caffier hatte gestern am Rande der Konferenz der Landrätin Dr. Barbara Syrbe mit den Bürgermeistern in Stolpe an der Peene einen entsprechenden Bewilligungsbescheid über eine Sonderbedarfszuweisung übergeben.

Im Bereich der Fahrwasserrinne bis zur Einfahrt in das Hafenbecken liegt die Zuständigkeit zur Aufrechterhaltung der Fahrwassertiefe bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, vertreten durch das WSA Stralsund. Das WSA Stralsund beabsichtigt im Herbst 2017 gleichfalls eine Unterhaltungsbaggerung im Fahrwasser der Zufahrt zum Industriehafen Berndshof. Der Landkreis und das WSA Stralsund sind in diesem Zusammenhang übereingekommen, die Unterhaltungsbaggerung unter Berücksichtigung abgestimmter Unterhaltungsgrenzen gemeinsam durchzuführen um Koste zu sparen.

Strandfußball-Saison in Warnemünde

Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft und Euro Beachsoccer League finden im Ostseebad statt

Warnemünde – An den kommenden beiden Wochenenden stehen die Höhepunkte der diesjährigen Strandfußball-Saison an. Zuerst sucht der Deutsche Fußball Bund (DFB) am 19./20. August am Warnemünder Strand seinen neuen Deutschen Meister. Schirmherr ist der Wirtschafts- und Tourismusminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe, der auch den Siegerpokal überreichen wird. Die Rostocker Robben, die in diesem Jahr bereits die German Beachsoccer League (GBSL) gewinnen konnten, gehen dabei als Topfavorit ins Rennen um die begehrte Trophäe. Nur eine Woche später kämpft die deutsche Nationalmannschaft bei dem internationalen Qualifikationsturnier um ein Ticket für das Euro Beach League Superfinal im nächsten Monat. Dieses internationale Turnier wird erstmalig in Deutschland ausgetragen.

Für beide Turniere steht ein Stadion direkt am Strand für knapp 1.500 Zuschauer. Der Eintritt ist kostenfrei. „Der DFB kürt seinen Champion in diesem Jahr bereits zum fünften Mal an unserem schönen Ostseestrand und hat bereits die Austragung zu unserem großen 800. Stadtjubiläum 2018 angekündigt“, freute sich Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski, erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Hansestadt Rostock. „Die Vorzüge unseres breiten Sandstrandes und die hervorragende Infrastruktur vor Ort wissen nicht nur unsere vielen Urlaubsgäste, sondern auch die Verantwortlichen des DFB sehr zu schätzen. Da mit den Rostocker Robben unsere Lokalmatadore wieder mit von der Partie sind, hoffen wir Rostocker, dass sich die Robben nach 2015 in diesem Jahr wieder die Krone aufsetzen können“, so Müller-von Wrycz Rekowski.

Neben den Rostocker Robben, die in dieser Saison nicht nur in der GBSL triumphierten, sondern sich auch bereits die Landesmeisterschaft sichern konnten, kämpfen fünf weitere Teams um die Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft. Mit dem Ibbenbürener BSC hat sich der Titelverteidiger in diesem Jahr erneut qualifizieren können. Hinzu kommen der Wuppertaler SV, die Bavaria Beach Bazis sowie die Strandfußballer des Hamburger SV und von Hertha BSC Berlin. Für die Zuschauer stehen mehrere Tribünen unterhalb des Teepotts zur Verfügung. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

„Ein Event wie die Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft bringt eine immense Aufmerksamkeit für unser Land mit sich. In den vergangenen Jahren hat sich die Region als herausragender Gastgeber für die Teilnehmer und Gäste des Beachsoccers erwiesen. Der nächste Schritt ist bereits getan: Jetzt ist auch die europäische Elite dieses Sports auf Warnemünde aufmerksam geworden und spielt hier die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Bei der Begeisterung für den Beachsoccer in Deutschland ist Warnmünde zukünftig sicher ebenfalls ein ausgezeichneter Austragungsort für eine Weltmeisterschaft“, regte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe an. Die Weltmeisterschaft findet im September in Italien statt.

Ähnlich sieht es Reinhardt Grindel, Präsident des DFB: „Warnemünde hat seinen ganz eigenen Charme, so dass wir immer wieder gerne hierher kommen. Mit dem Qualifikationsturnier ist Deutschland zudem erstmals Gastgeber eines internationalen Beachsoccer-Events. Vom 25. bis zum 27. August spielt die deutsche Beachsoccer-Nationalmannschaft um den Einzug in das Finalturnier der Euro Beach Soccer League. Das Team von Nationaltrainer Sebastian Ullrich trifft in Warnemünde auf Aserbaidschan, den amtierenden EBSL-Sieger Ukraine und Italien. Bei den Heimspielen sind Siege gefragt, um sich am Ende eines der begehrten Tickets für die WM-Endrunde zu sichern.“

Vom 25. bis 27. August werden sich Beachsoccer-Mannschaften aus 8 Nationen – England, Italien, Deutschland, Niederlande, Ukraine, Litauen, Rumänien und Aserbaidschan – in spannenden Wettkämpfen begegnen.

Mit großem Engagement hat die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde die Austragung beider Turniere vorangetrieben. Matthias Fromm, Tourismusdirektor der Hansestadt, freut sich, dass sich Warnemünde auch auf internationaler Ebene mit hervorragenden Strandbedingungen durchsetzen konnte: „Es war ein besonderer Moment, als wir erfuhren, dass wir für das Turnier der Euro Beach Soccer League den Zuschlag bekommen haben. Die Verhandlungen mit dem Veranstalter Beach Soccer World Wide liefen schon zwei Jahre und die Spanier waren von Warnemünde begeistert. Dank bester infrastruktureller Voraussetzungen hat dieser Sport in Warnemünde richtig Fahrt aufgenommen und so sind wir noch bis mindestens 2018 Gastgeber der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaften.“

Unterdosierte Krebsmedikamente

Mehr als 3700 Menschen in sechs Bundesländern betroffen

Hamburg – Der Fall der falsch dosierten Krebsmedikamente des Bottroper Apothekers Peter S. betrifft nach Recherchen des NDR-Magazins „Panorama“ und des gemeinnützigen Recherchezentrums correctiv weitaus mehr Menschen als bisher bekannt. Mehrere Tausend Patienten in sechs Bundesländern erhielten über Jahre hinweg teils wirkungslose Arzneien. Ein Großteil der Betroffenen ist darüber noch nicht informiert. Die Gesundheitsbehörden hatten sich darauf verlassen, dass die Ärzte und Kliniken die mutmaßlich betroffenen Patienten unterrichten.

Wie die verantwortliche Staatsanwaltschaft in Essen offiziell bestätigte, gehen die Ermittler bundesweit von rund 3700 Betroffenen aus. 37 Arztpraxen und Kliniken seien demnach in den vergangenen fünf Jahren von dem Bottroper Apotheker mit falsch dosierten Krebsmedikamenten beliefert worden – die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Es gab allerdings auch Abnehmer in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Saarland, Sachsen und Niedersachsen.

Die Staatsanwaltschaft hat bislang aber nur den Abrechnungszeitraum der vergangenen fünf Jahre ausgewertet, der für eine Anklage wegen Abrechnungsbetrug relevant ist. Fälle aus der Zeit davor wären strafrechtlich verjährt. Nach Recherchen von „Panorama“ und correctiv könnte die Zahl der mutmaßlich betroffenen Patienten weit größer sein: Seit 2005 hat der Apotheker mehr als 7300 Menschen mit den 49 Wirkstoffen beliefert, die sich derzeit auf der Liste der manipulierten Wirkstoffe des Bottroper Gesundheitsamtes finden.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigte sich erschüttert, als er im Interview mit „Panorama“ erfuhr, dass auch neun Monate nach Bekanntwerden des Skandals noch immer ein Großteil der betroffenen Patienten nicht unterrichtet wurde. Die Dimensionen des Falles seien nicht bekannt gewesen. „Wir werden uns jetzt sofort darum kümmern, dass wir an die Adressen dieser Menschen kommen und dann werden sie selbstverständlich informiert“, sagte Laumann. „Wenn die Behörden die Ärzte und Krankenhäuser, die die Medikamente verabreichten, informiert haben, dann ist es auch deren Aufgabe, ihre Patientinnen und Patienten zu informieren. Ich finde, das ist für einen Behandler schlicht die Pflicht, dieses zu tun.“

Der Bottroper Apotheker Peter S. war im November vergangenen Jahres festgenommen worden. Die Buchhaltung des Apothekers war ein deutliches Indiz für Unregelmäßigkeiten. Sie zeigte, dass deutlich weniger Medikamente eingekauft als verkauft wurden – bei einzelnen Medikamenten wurde nur ein Fünftel des Wirkstoffes eingekauft, den die Patienten eigentlich erhalten sollten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Apotheker vor, über Jahre Chemotherapien und Antikörper-Infusionen für Krebspatienten zu niedrig dosiert und sogar Therapiebeutel gänzlich ohne Wirkstoff ausgeliefert zu haben. Dadurch haben tausende Krebspatienten vermutlich wirkungslose Medikamente bekommen und sind so zu Schaden gekommen.

Ausbau der Regionalen Schule Sassnitz

Insel Rügen – Die Stadt Sassnitz investiert über 3 Mio. Euro in den Umbau und die Erweiterung der Regionalen Schule. Neben Sanierungs- und Umbauarbeiten im vorhandenen Schulgebäude sehen die Pläne einen modernen Anbau an das Hauptgebäude mit Fachräumen und eine gläserne Mensa vor.

Die weiterführende Schule mit über 400 Schülerinnen und Schülern ist die Schule mit den meisten Schülern auf der Insel Rügen. Um zukunftsfähig zu sein, müssen auch die Voraussetzungen für Inklusionsunterricht und Barrierefreiheit geschaffen werden. Dies lässt sich in dem vorhandenen Schulkomplex aus den 1960-er Jahren nicht umsetzen. Neben den normalen Platzproblemen fehlen vor allem Räume für die gezielte Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Defiziten.

„Ich freue mich, dass wir die Stadt bei ihrem Vorhaben finanziell unterstützen können. Bei Gesamtkosten von über drei Millionen Euro entlasten die Fördermittel in Höhe von rund 935.000 Euro den Haushalt der Stadt deutlich, zumal bei dieser Maßnahme eine höhere Förderquote als sonst üblich angesetzt wurde“, sagte Innenminister Lorenz Caffier bei der Übergabe des Förderbescheides in Sassnitz.

Fördermittel für Tribünenüberdachung in Torgelower Gießerei-Arena

Torgelow – Die Stadt Torgelow investiert in eine Überdachung der Tribüne in der „Gießerei-Arena“. Das Torgelower Stadion bietet auf Grund seiner Auslegung als Trainings- und Wettkampfstätte beste Voraussetzungen für eine Vielzahl von Sportarten und sehr gute Bedingungen auch für schulische, außerschulische und wettkampforientierten Vergleiche. Hinzu kommt, dass das Torgelower Stadion den internationalen Normen entspricht und somit auch von anderen Vereinen und Organisationen für Wettkämpfe genutzt werden kann.

Was fehlt, ist allerdings eine Überdachung der Tribüne. Künftig sollen Zuschauer und Besucher vor schlechtem Wetter besser geschützt sein, ob bei Fußballspielen, den feierlichen Gelöbnissen der Bundeswehr oder bei Nachwuchsturnieren in verschiedenen Sportarten. Und auch bei schulischen Veranstaltungen könnte eine überdachte Tribüne als Aufenthaltsort bei Regen oder auch an heißen Sommertagen nützlich sein. Das Innenministerium unterstützt die Stadt mit rund 58.800 Euro Sonderbedarfszuweisung.

„Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns an wichtigen Investitionen in das Stadion beteiligen. Rund 23.000 EUR Fördermittel flossen seinerzeit in eine neue Rasenbewässerung in der Gießerei-Arena“, sagte Minister Lorenz Caffier. „Wenn Geld in die kommunale Infrastruktur investiert wird, ist das immer gut angelegtes Geld, das vielen zugutekommt.“

Nothafen Darßer Ort wieder frei

Darßer Ort – Der Nothafen Darßer Ort kann wieder zu Zwecken der Seenotrettung angelaufen werden. Nachdem die Arbeiten zur Ausbaggerung der Fahrrinne vor einigen Tagen abgeschlossen worden waren, hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund die Sperrung der Zufahrt heute aufgehoben.

Nach der Unterhaltungsbaggerung der Fahrrinne im April dieses Jahres war der Nothafen infolge starker Winde und Strömungen im späten Frühjahr und über die Jahre veränderter Sedimentbewegungen in überraschend kurzer Zeit erneut versandet. Um die Befahrbarkeit schnellstmöglich wieder zu ermöglichen, hatte das zuständige Straßenbauamt Stralsund daraufhin eine Genehmigung zum Nachbaggern beim Nationalparkamt beantragt.

Unter Beachtung der Brutphase konnten die Arbeiten zur erneuten Ausbaggerung am 24.07.2017 begonnen werden. Dazu erfolgte im ersten Schritt die Peilung, um die zu beseitigenden Versandungsstellen genau festzustellen. Anschließend wurden ca. 12.600 Kubikmeter Sediment ausgebaggert. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf rd. 100.000 Euro.

Infrastrukturminister Pegel zeigte sich über die schnelle Umsetzung erfreut und erleichtert: „Die uneingeschränkte Nutzbarkeit des Nothafens für den Seenotrettungskreuzer bis zur Inbetriebnahme des Inselhafens musste gewährleistet bleiben. Dank der schnellen Reaktion der Straßenbauverwaltung und der guten Zusammenarbeit mit dem Nationalparkamt konnten wir diese außerplanmäßige Maßnahme zügig und unter Berücksichtigung des Naturschutzes realisieren“.

Doppelhaushalt 2017/2018 der Landeshauptstadt Schwerin

Schwerin – Das Ministerium für Inneres und Europa hat über die Haushaltssatzung 2017/2018 der Landeshauptstadt Schwerin entschieden. Damit ist der Weg für wichtige Investitionsmaßnahmen, insbesondere im Bereich Schulen, Straßen und Radwege nun frei. Zur Finanzierung der notwendigen Investitionen hat das Ministerium die Aufnahme von Krediten in Höhe von 18,7 Mio. EUR im Jahr 2017 und 19,7 Mio. EUR im Jahr 2018 genehmigt.

Dennoch muss die Landeshauptstadt weiter sparen, um die Ziele der Konsolidierungsvereinbarung zu erreichen. Hier fordert das Ministerium Verbesserungen gegenüber der beschlossenen Haushaltssatzung in Höhe von 1,8 Mio. EUR in 2017 und 4,4 Mio. EUR in 2018.

„Mit Blick darauf, dass die Stadt perspektivisch noch nicht einmal den jahresbezogenen Ausgleich des Finanzhaushalts erreicht und die Haushaltsdefizite in der Folge weiter anwachsen, müssen die Konsolidierungsanstrengungen intensiviert werden. Ich erwarte, dass in einem ersten Schritt der bis 2018 vereinbarte Konsolidierungskurs eingehalten wird“, macht Innenminister Caffier deutlich. Der Finanzhaushalt der Landeshauptstadt wies per 31.12.2016 ein Defizit in Höhe von 179,2 Mio. EUR aus. Dieses Defizit würde ohne weitere Sparanstrengungen der Stadt bis Ende 2018 auf 201,6 Mio. EUR steigen.

Wissenschaftler entwickeln Schluckimpfung für Fische

Insel Riems – Angesichts der steigenden Nachfrage nach Fisch und der Notwendigkeit von bestandsschonenden Maßnahmen steigt die Bedeutung der Aquakultur. Deshalb fördert das Land Mecklenburg-Vorpommern verschiedene Pilotprojekte, um die Aquakultur im Land weiter zu entwickeln.

Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems, das Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald und der Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf erhielten einen Fördermittelbescheid in Höhe von über 1 Mio. € aus Mitteln des Landes und dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds.

Die Institute entwickeln gemeinsam ein neues Impfsystem für Fische in Aquakulturen. Für die Gesundheit der Fische, gerade in Aquakulturanlagen, sind Impfungen von großem Wert, schließlich besteht hier die Gefahr von seuchenhaft verlaufenden Infektionskrankheiten mit bis zu 100% Verlusten. Es gibt bereits Impfstoffe, die jedoch injiziert werden müssen. Das heißt, jeder Fisch muss in die Hand genommen werden, um eine Spritze zu erhalten, was großen Stress für den Fisch und einen enormen Arbeitsaufwand für die Fischzüchter bedeutet. Mit der Schluckimpfung für Fische soll ein neues modulares Impfsystem entwickelt werden, was hier Abhilfe schaffen kann.

Entwickelt werden sollen hierbei Impfstoffe die an die jeweilige Fischart (z.B. Lachse und Forellen, Karpfen oder Barsche) und die jeweiligen Infektionserreger anpassbar sind. Gleichzeitig soll der Impfstoff sicherer gemacht werden, in dem für einen Impfstoff wichtige Teile der Bakterien und Viren kombiniert werden. Zudem untersuchen die Projektpartner in den nächsten drei Jahren, wie der Impfschutz aufgebaut werden kann und wie die Impfung bis auf Ebene der wichtigen Immungene funktioniert. Des Weiteren sollen aus den Untersuchungen, wie die Fische den Impfstoff am besten aufnehmen, klare Regeln zum Einsatz einer Schluckimpfung für die Fischzüchter in der Praxis entwickelt werden.

Mit diesem Wissen können die Impfstoffe gezielt pharmazeutisch produziert und letztendlich zugelassen werden. Hierfür ist ein großes Folgeverbundprojekt angedacht.

Technologie-Unternehmen forscht zu Analyseplattform für Solaranlagen

Rostock – Das 2014 gegründete Rostocker Technologie-Unternehmen powerdoo GmbH entwickelt derzeit ein innovatives Analyse- und Monitoringsystem für Photovoltaikanlagen. Bislang erfolgt die Auswertung der Daten vor Ort direkt an den Anlagen. Jetzt soll in einem Forschungsvorhaben ein Monitoringsystem entwickelt werden, das die Daten ausliest und in Echtzeit an eine cloudbasierte Speicher- und Recheneinheit übermittelt. „Die powerdoo GmbH will eine innovative Software für die Überwachung und das Management von regenerativen Energiekraftwerken entwickeln, um den Aufwand für die Anlagenbetreiber zu verringern. Das junge Unternehmen setzt dabei auf eigene, wirtschaftsnahe Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um für die Kunden intelligente Lösungen aufzuzeigen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die powerdoo GmbH hat derzeit vier Mitarbeiter.

Über ein Webportal sollen die Anlagenbetreiber Zugriff auf die Daten Auswertungen zur Betriebsführung erhalten. Für das Testsystem integriert powerdoo die Datenformate und Protokolle verschiedener Hersteller, sodass die Lösung universell einsetzbar ist. Dabei werden geeignete Schnittstellen definiert und ein Betriebssystem für die verwendete Hardware-Plattform ausgewählt, welches die Daten aus der Solaranlage ausliest.

Der Webdienst soll für Photovoltaikbetreiber unterschiedliche Funktionalitäten darstellen, wie beispielsweise eine Verwaltung der Sensordaten, Datenverarbeitung und –analyse. Nach der Entwicklung des Hardware-Prototyps soll das Monitoringsystem im Livebetrieb getestet und optimiert werden. Dieser Schritt ist nach Unternehmensangaben für das nächste Jahr vorgesehen. Derzeit betreut das Unternehmen Systeme mit 697 Megawatt Peak (Einheit der maximalen Leistung eines Photovoltaik-Kraftwerks), produziert von 82.872 Wechselrichtern (diese dienen dazu, Gleichstrom in ein Wechsel- oder Drehstromnetz einzuspeisen, etwa bei ins Stromnetz einspeisenden Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung).

„International wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen stärken die Unternehmen und damit auch die Wirtschaft insgesamt in Mecklenburg-Vorpommern. So werden zukunftssichere und attraktive Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt gesichert und geschaffen“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 207.380 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 365.000 Euro. „Die europäischen Fördermittel helfen, die Innovationskraft unserer Unternehmen durch die Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu stärken“, sagte Glawe. In der Förderperiode von 2014 – 2020 können 168 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung aus dem EFRE eingesetzt werden.

„Etwas aus der Zeit“

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die KulturStiftung Rügen laden zur Lesung mit Gunter Lampe

Insel Rügen – Warum nicht Bilder einer Ausstellung mit Aufgeschriebenem und Vorgelesenem kombinieren? Am Sonnabend, 19. August 2017 um 16:00 Uhr findet in der Galerie des Landkreises Vorpommern-Rügen in der Orangerie Putbus eine Autorenlesung mit dem Stralsunder Autor Gunter Lampe statt. Zu einem nachdenklichen Nachmittag unter dem Titel „Etwas aus der Zeit“ laden die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Freundeskreis Rügen und die KulturStiftung Rügen ein.

Die Begrüßung erfolgt durch Kerstin Kassner, Vorstandsmitglied der KulturStiftung. Gäste der Lesung haben zugleich die Möglichkeit, einen Blick in die aktuelle Ausstellung der KulturStiftung Rügen „Manfred Zoller – welche Lichter und Schatten, Höhen und Tiefen“ zu werfen.

Gunter Lampe, Lyrikmeister MV 2006, veröffentlichte erste Texte im Jahr 1993 unter dem Titel „Morgens im Cafe“. Er ist nicht nur ein Freund der kurzen Reime, sondern jemand der genau hinschaut und hinhört, egal ob es Dinge und Menschen seiner unmittelbaren Umgebung sind oder des Weltgeschehens. Was durch seinen Kopf gegangen ist, erblickt die Welt des Öffentlichen neu als Wortspiel mit Hintersinn und kommt meist mit etwas Distanz daher.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.