Leuchtturm im Meer: M-V richtet Ostseetourismuszentrum ein

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt im Bereich der touristischen Zusammenarbeit im Ostseeraum weiter Akzente. Zu Jahresbeginn konnte beim Landestourismusverband (TMV) ein zentrales Projekt innerhalb des EU-Programms „Südliche Ostsee 2014 bis 2020“ gestartet werden: Innerhalb der kommenden drei Jahre soll mit dem Ostseetourismuszentrum (Baltic Sea Tourism Center) eine Schaltzentrale für den Tourismus im Ostseeraum entstehen, mit der die länderübergreifende Vernetzung von Tourismusakteuren weiter gefördert werden kann. „Das Internationale Haus des Tourismus wird mit internationalem Leben gefüllt. Wir können mit dem neuen Zentrum den Ostseeraum im Wettbewerb zu anderen Destinationen, wie beispielsweise dem Mittelmeer, noch besser vermarkten. Ziel ist es dabei auch, neue Gästegruppen durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu erschließen“, sagte Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe am Dienstag. In dem zunächst auf drei Jahre angelegten Projekt mit einem Gesamtbudget von rund 1,5 Millionen Euro arbeiten fünf Kernpartner aus Dänemark, Litauen, Polen sowie Mecklenburg-Vorpommern mit – neben dem TMV auch die Fachhochschule Stralsund als wissenschaftlicher Berater. Weitere zehn assoziierte Partner aus sieben Ostseeländern begleiten das Projekt, darunter die Deutsche Zentrale für Tourismus und das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern.

Zum Start des Projektes mit dem offiziellen Titel „Baltic Sea Tourism Center – Sustainable development structures for active tourism“ haben sich am Dienstag (21. Februar 2017) im Internationalen Haus des Tourismus in Rostock mehr als 30 Projektteilnehmer und strategische Partner getroffen. Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages und des Tourismusverbandes MV sowie Vorsitzende der Projektgruppe „Nachhaltiger Tourismus“ der Ostsee-Parlamentarier, erklärte aus diesem Anlass: „Wir erhoffen uns vom Ostseetourismuszentrum Impulse zur nachhaltigen Entwicklung des Tourismus im Ostseeraum. Organisationen werden enger und stabiler vernetzt, Wissen wird transferiert, Impulse für zukünftige Kooperationen und Projekte sollen gesetzt werden. Dies alles wird dazu beitragen, die Sichtbarkeit der Region zu erhöhen und die Zahl internationaler Besucher mittel- bis langfristig steigern zu können. Das Projektbüro in Rostock mit seinen drei Mitarbeitern kann dabei buchstäblich wie ein Leuchtturm im Meer wirken.“

Das Ostseetourismuszentrum gilt als strategisches Schlüsselprojekt und soll für mehr Kontinuität in der touristischen Entwicklung im Ostseeraum sorgen. Zentrale Aspekte dabei sind die Themen Nachhaltigkeit, Saisonalität und Internationalisierung des touristischen Angebotes. Als Schnittstelle zwischen Politik und Tourismuswirtschaft soll es zur Umsetzung der genannten Handlungsfelder beitragen, nationale Aktivitäten sinnvoll ergänzen und der Ostsee zu mehr Aufmerksamkeit im internationalen Wettbewerb verhelfen.

Unter anderem soll eine Service-Einheit zur Netzwerkarbeit aufgebaut werden, die bei der Orientierung innerhalb der EU-Programme und bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen hilft. Daneben werden von den Projektpartnern mindestens zwölf konkrete Produkte für Aktivtourismus entwickelt und vermarktet. Überdies sind Werbekampagnen zunächst in den Ländern Großbritannien und Österreich geplant. Unterstützung erfährt das Projekt auch von der Welttourismusorganisation UNWTO, dem Ostseerat, der Union der Ostseestädte sowie nationalen und regionalen Tourismusministerien der Ostseeanrainerländer.

Verbandspräsidentin Sylvia Bretschneider verwies im Hinblick auf das Projekt auf die hohen Wachstumspotenziale für den Tourismus im Ostseeraum. Die Ostseeanrainerländer zählten 2014 mehr als 111 Millionen internationale Gästeankünfte, schon dies ein Anstieg um 39,5 Prozent seit 2005 (Quelle: United Nations Data Retrieval System). Nach Prognosen der Welttourismusorganisation UNWTO werden sich die internationalen Ankünfte weltweit in den nächsten Jahren weiter dynamisch entwickeln. 2030 sollen sie auf 1,8 Milliarden Ankünfte anwachsen, in Europa von 607,6 Millionen (2015) um 22,4 Prozent auf 744 Millionen. „Davon können die Ostseeregionen stark profitieren und den Tourismus als Wirtschaftsfaktor weiter ausbauen“, erklärte Sylvia Bretschneider.

Der Tourismussektor ist schon jetzt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Europa. So trug er 2015 mit 3,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union bei und hatte mit 14,2 Millionen Jobs einen direkten Beschäftigungsanteil von 3,6 Prozent. Werden indirekte Effekte wie zum Beispiel Investitionen in die Tourismusinfrastruktur hinzugerechnet, erhöhen sich das BIP sowie der Beschäftigungsanteil auf fast zehn Prozent. Der World Travel & Tourism Council (WTTC) erwartet einen jährlichen Beschäftigungsanstieg um zwei Prozent auf 17,6 Millionen Jobs im Tourismus im Jahr 2026 (Quelle: WTTC – Travel and Tourism, Economic Impact 2016 – European Union).

Mecklenburg-Vorpommern vergrößert mit dem Projekt Ostseetourismuszentrum seine touristische Kompetenz im Ostseeraum und kann auf Rückenwind für die eigenen Ziele im Bereich Internationalisierung hoffen. Bereits im Jahr 2008 wurde auf Initiative des Bundeslandes das 1. Ostsee-Tourismusforum in Rostock ausgerichtet; seither begleitet Mecklenburg-Vorpommern das Forum als Kernpartner. Im Wirtschaftsministerium des Landes ist zudem die Koordinierungsstelle der EU-Ostseestrategie für den Politikbereich Tourismus angesiedelt. Darüber hinaus leitet die Präsidentin des Landtages und des Tourismusverbandes Sylvia Bretschneider die Projektgruppe „Nachhaltiger Tourismus“ der Ostsee-Parlamentarierkonferenz.

Die Idee zur Entwicklung eines Ostseetourismuszentrums ist auch Ergebnis der jährlich stattfindenden Ostsee-Tourismusforen (Baltic Sea Tourism Forum). Erstmalig erwähnt wurde das Zentrum in der Deklaration im Jahr 2012. Mit wechselnden Gastgeberländern trägt das Forum bereits wesentlich zu einem länderübergreifenden Austausch auf transnationaler Ebene bei. Das Forum hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Treffpunkt von Touristikern im Ostseeraum entwickelt und soll auch zukünftig als wichtige Branchenplattform Impulse in die Region liefern und über aktuelle Entwicklungen informieren.

Das 10. Ostseetourismusforum ist in diesem Jahr vom 02. bis 03. November 2017 in der Partnerregion Turku in Finnland geplant. Es werden bis zu 150 Tourismusvertreter aus allen Anrainerländern erwartet. Themenschwerpunkte der Jubiläumskonferenz sind die Bereiche Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Tourismusfinanzierung. Für eine kontinuierliche Fortführung in den kommenden Jahren wird eine engere Verknüpfung der Veranstaltung mit dem Ostseerat angestrebt. Denkbar ist eine Kopplung der Konferenz an die jährlich wechselnde Ostseeratspräsidentschaft. Erste positive Signale seitens des Ostseerates hat es bereits gegeben. Weiterführende Gespräche mit dem Sekretariat sind seitens des Tourismusverbandes MV und des Politikbereichs Tourismus der EU-Ostseestrategie Ende Februar in Jurmala/Lettland geplant. Die Bindung an den Ostseerat würde dem Forum neben einer gesicherten Durchführung auch Kontinuität in der thematischen Ausgestaltung für die kommenden Jahre verleihen.

Schaufassade des Rathauses wird saniert

Stralsund – In diesem Jahr wird die fast 700 Jahre alte Fassade des Stralsunder Rathauses saniert. Los geht es mit der Baustelleneinrichtung und den anschließenden Gerüstbauarbeiten am 22. Februar. Bis spätestens Ende April soll das Gerüst in voller Größe stehen.

Die Sanierungsarbeiten an der Schaufassade umfassen eine komplette Mauerwerkssanierung, die Verbesserung der stabilisierenden Stahlkonstruktionen sowie Stahlbau-, Klempner-, Naturstein- und Metallbauarbeiten. Mit dem Abbbau des Gerüstes Mitte November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme betragen 675.000 Euro.

Das Betreten des Gerüstes ist – wie bei jeder anderen Baustelle – ohne Begleitung und Genehmigung untersagt.

Die Schaufassade hat mit ihren sechs Jochen eine Breite von ca. 30 Metern und eine Gesamthöhe von rund 29 Metern. An der Ostseite reichen die zwei Joche über etwa 13 Meter in die Breite. Bei einer Höhe von 14 Metern beginnen die im oberen Teil freistehenden Schaugiebelflächen.

Letztmalig wurden in den Jahren 1993 bis 1995 sowie 1998 Fassadenteile saniert.

Vorbereitenden Arbeiten für die jetzt anstehende Sanierung waren:

  • 2011 Schadenskartierung der Rückseite der Schaufassade
  • 2013 Bauhistorisches Gutachten und Notsicherung durch Abnahme gelöster Mauerwerksteile
  • 2015 wurden Ziegel als Basis für die erforderlichen Materialuntersuchungen und die Formsteinbeschaffung entnommen
  • 2015 Restauratorische, Mauerwerks- und statische Untersuchungen

Innenminister Caffier: Handys von Asylbewerbern können Identität bestätigen

Schwerin – Zum Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums künftig die Handys von Asylbewerbern auslesen zu dürfen, um damit die Identität von Asylbewerbern besser feststellen zu können, wenn diese bei deren Klärung nicht mitwirken, erklärt Innenminister Caffier: „Viele Asylbewerber reisen nach Deutschland ohne Papiere ein, die eine klare Auskunft über die Herkunft des Flüchtlings geben könnten. Einige der Asylbegehrenden behalten ihre Identität für sich, weil es ihnen von einer Schlepperbande empfohlen worden ist, den Ausweis zu verstecken oder zu zerstören, da man damit eine höhere Chance auf Asyl hätte“, so Innenminister Caffier.

„Es gibt aber auch immer wieder Fälle, in denen geflohene Personen Täuschungsversuche unternehmen und schlicht Lebensgeschichten und Identitäten erfinden, um in Deutschland Asyl zu bekommen“, so Minister Caffier weiter und entgegnet der Parteichefin der Linken Katja Kipping auf ihre Kritik an dem Gesetzesvorhaben wie folgt: „Wir müssen alle rechtsstaatlich zulässigen Mittel ausschöpfen, die eine Feststellung der tatsächlichen Identität ermöglichen. Wir müssen wissen, wer in unser Land kommt und die Fluchtgeschichte überprüfen können. Also müssen wir auch das möglich machen, was in anderen Europäischen Ländern, wie z.B. in den liberalen Niederlanden, bereits möglich ist und Handys auslesen, wenn Identität und Nationalität nicht durch andere, aussagekräftige Dokumente glaubhaft gemacht werden können.“

Richtlinie für soziales Wohnungsbauprogramm verabschiedet

Schwerin – Die Richtlinie für das Förderprogramm „Wohnungsbau Sozial“ wurde jetzt veröffentlicht. Dieses Programm setzt Anreize für Wohnungsgesellschaften und private Investoren, bezahlbaren Wohnraum in Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt zu schaffen.

„Mit diesem Programm soll die Schaffung von Wohnraum für Haushalte gefördert werden, die sich am Markt nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können“, sagt Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern.

Förderfähig ist die Bereitstellung von barrierearmen und barrierefreien Mietwohnungen durch Neubau, Dachgeschoss-Ausbau, Wohngebäude-Aufstockung oder -anbau sowie durch Nutzungsänderung bestehender Gebäude. Es können bis zu 850 Euro je Quadratmeter als Zuschuss gewährt werden: bis zu 650 Euro pro Quadratmeter für barrierearme Wohnungen, bis zu 750 Euro pro Quadratmeter für barrierefreie Wohnungen und zusätzlich bis zu 100 Euro/Quadratmeter für den Einbau von Personenaufzügen.

„Mit der gleichzeitigen Förderung von bezahlbaren sowie barrierearmen und barrierefreien Wohnungen wollen wir zudem der demografischen Entwicklung im Land Rechnung tragen“, so Christian Pegel.

Für die nach der neuen Richtlinie geförderten Wohnungen gilt eine Belegungsbindung: 20 Jahre lang dürfen sie nur an Personen mit einen Wohnberechtigungsschein vermietet werden. Diesen Schein stellt die Kommune Wohnungssuchenden aus, deren Einkommen einen festgelegten Satz nicht überschreitet.

Die Nettokaltmiete darf in den ersten drei Jahren der Vermietung 5,50 Euro/Quadratmeter nicht übersteigen. Ab dem vierten Jahr sind im Zweijahresrhythmus bis Ende der Belegungsbindung Mietsteigerungen um 25 Cent pro Quadratmeter erlaubt.

Gefördert werden Bauvorhaben in Grund-, Mittel- und Oberzentren, in denen die Leerstandsquote vier Prozent unterschreitet. „Die Schaffung neuer, bezahlbarer Wohnungen ist dringend erforderlich vor allem in den Städten, die die Einführung einer nur kurzfristig wirksamen Mietpreisbremse beantragt haben“, sagt Christian Pegel. Das sind bislang in Mecklenburg-Vorpommern die Universitätsstädte Rostock und Greifswald.

Im Doppelhaushalt 2016/17 sind für das Programm Zuschüsse Bundesmittel in Höhe von 12,5 Millionen Euro für 2016 und in Höhe von 14,5 Millionen für 2017 verfügbar. Für 2016 sind bereits Zuschüsse in Höhe von etwa 7,7 Millionen Euro für den Neubau von 172 Wohnungen beantragt worden, unter anderem in Greifswald, Neubrandenburg, Bad Doberan und Waren/Müritz.

Anträge können gestellt werden an das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsbereich der NORD/LB Girozentrale, Postfach 160255.

Polizei und Stadt klären weitere Schritte zur geplanten Videoüberwachung

Schwerin – Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier und Polizeipräsident Thomas Laum haben in einem Arbeitsgespräch die weiteren Schritte zur Umsetzung des Stadtvertretungsbeschlusses zur Videoüberwachung auf dem Schweriner Marienplatz beraten. „Stadt und Polizei wollen bei der Erprobung der Videoüberwachung eng zusammenarbeiten. Die Gespräche waren sehr konstruktiv, und wir haben jetzt erste Schritte sowie die konkrete Arbeitsteilung vereinbart“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier nach dem Gespräch.

Demnach wird sich die Polizei um die Beschaffung und Finanzierung der Kameratechnik sowie die Auswertung der Überwachungsbilder kümmern. Die Stadt stellt geeignete Standorte für die Videoüberwachung zur Verfügung. Darüber hinaus ist geplant, die Maßnahme im Rahmen einer Evaluation wissenschaftlich begleiten zu lassen.

An dem Arbeitsgespräch nahmen auch die Stellvertreterin des Polizeipräsidenten Anja Hamann, der Leiter der Polizeiinspektion
Schwerin Ingo Renk und der Dezernent für Finanzen, Jugend und Soziales Andreas Ruhl teil.

Backhaus: Agrargenossenschaften in MV gut aufgestellt

Schwerin – „Im Einzelfall vieler Betriebe hat sich das Jahr 2016 wesentlich komplizierter dargestellt, als die Fakten es im Durchschnitt belegen. Die finanzielle und wirtschaftliche Lage vieler Landwirte war nie so kritisch. Ungünstige Witterung, niedrige Preise und komplizierte geopolitische Rahmenbedingungen kulminierten. Betriebsaufgaben, Entlassungen und fehlender Nachwuchs im Agrarbereich sind das Ergebnis.“ – Dieses Fazit zog Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute auf dem Bezirkstag der Agrargenossenschaften in Schwerin.

Die 117 Agrargenossenschaften im Land hätten die Krise aber gut überstanden und seien weiterhin sehr gut aufgestellt, so der Minister. Sie bewirtschaften durchschnittlich rund 1.620 Hektar Land. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 284 Hektar. In vergangenen 25 Jahren haben sich die landwirtschaftlichen Strukturen in MV enorm verändert. Aus 1.055 Landwirtschaftsbetrieben der DDR mit 183.000 Beschäftigten zur Wende entwickelten sich 4.700 Agrarbetriebe und Produktionsausrichtung mit 18.800 Beschäftigten. Auch beim Viehbesatz hat sich einiges getan: Waren es 1989 noch fast 80 Großvieheinheiten auf 100 Hektar, sind es heute 36,5.

In Mecklenburg-Vorpommern dominieren die Ackerbaubetriebe mit 43,1 % und Futterbaubetriebe mit 33,5 %. „Künftig werden wir uns weiter um die Veredlung und Wertschöpfung vor Ort kümmern müssen. Der Trend zu regionalen Produkten ist nicht von der Hand zu weisen, denn diese bringen eine hohe Glaubwürdigkeit und häufig auch eine besondere Geschichte mit sich. Auch ist Verarbeitung im Land für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes essentiell. Sie ermöglicht vielen Menschen ein Auskommen außerhalb des Tourismusbereiches“, so Backhaus.

Minister Backhaus bezeichnete die Agrargenossenschaften als wichtigen Bestandteil einer zukunftsweisenden Landwirtschaft. „Sie produzieren hochwertige Lebensmittel, mit denen sich Geld verdienen lässt, und erbringen zentrale Leistungen für die Gesellschaft. Sie sind wichtige Auftraggeber für andere örtliche Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen und engagieren sich bei der Durchführung von Festen und Veranstaltungen.“

Auftaktveranstaltung des IHK-Ausschusses für die Region Vorpommern-Rügen

Stralsund – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Montag im Ausschuss für die Region Vorpommern-Rügen die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises gewürdigt. Der Ausschuss der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK) hat sich Ende Januar gegründet und verfolgt das Ziel, sich intensiv mit wirtschaftspolitischen und wirtschaftsstrukturellen Fragen der Region Vorpommern-Rügen zu befassen. „Die wirtschaftlichen Chancen und Perspektiven insgesamt in unserem Land und auch hier im Landkreis Vorpommern-Rügen haben sich weiter verbessert. Mit Unterstützung der Ausschussmitglieder wird das Wirtschaftsministerium weiter dafür Sorge tragen, dass die Rahmenbedingungen zur Stärkung der Wirtschaft stimmen, um weiteres Wachstum zu fördern und damit dauerhafte Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Stralsund bei der Auftaktveranstaltung des Ausschusses.

Seit 2007 wurden aus Mitteln der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) sowie des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE), des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“ (ELER) und außerhalb der Gemeinschaftsaufgabe im Landkreis Vorpommern-Rügen 126 Investitionsvorhaben bei einem Gesamtvolumen von knapp 200 Millionen Euro mit knapp 153 Millionen Euro gefördert. Darunter waren unter anderem das maritime Industrie- und Gewerbegebiet Franzenshöhe einschließlich Gleisanbindung Frankenhafen in Stralsund, der zweite Bauabschnitt zur Erschließung des Gewerbegebietes Pommerndreieck und die Errichtung eines barrierefreien Strandes in Altefähr. „In der Region Vorpommern-Rügen gibt es hervorragende Flächen für Ansiedlungsvorhaben. Vor allem die Gewerbegebiete direkt an der Kaikante sind ein entscheidender Standortvorteil. Unsere Hafenstandorte bieten einen idealen Zugang nach Skandinavien, in das Baltikum und insbesondere auch nach Osteuropa – das ist attraktiv für ansiedlungsinteressierte Unternehmen“, sagte Glawe.

In der Region liegen die Gewerbestandorte Fährhafen Sassnitz-Mukran (Mukran Port), das maritime Industrie- und Gewerbegebiet Franzenshöhe in Stralsund/Seehafen Stralsund und der Wirtschaftshafen Barth.

Seit 2007 wurden im Landkreis Vorpommern-Rügen 220 Investitionsvorhaben in Höhe von rund 121 Millionen unterstützt, die ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 457 Millionen Euro aufwiesen. Die Förderung erfolgte unter anderem aus der GRW sowie aus dem EFRE. Mit den Investitionsvorhaben entstanden 2.327 neue Arbeitsplätze, weitere 4.127 wurden gesichert. In Mecklenburg-Vorpommern insgesamt sind im gleichen Zeitraum 1.809 Investitionsvorhaben in Höhe von rund 980 Millionen unterstützt worden, die ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 4,8 Milliarden Euro aufwiesen. Mit den Investitionsvorhaben entstanden 19.863 neue Arbeitsplätze, weitere 61.728 wurden gesichert.

Jüngstes Beispiel für eine Unternehmensansiedlung in Vorpommern-Rügen ist die Deutsche BOGENN GmbH (Mir Technology Holding Co. Ltd.) in Sassnitz, die unter anderem Kunststoffrohre herstellt und vertreibt. Mit der Ansiedlung sollen mindestens 65 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Störtebeker Braumanufaktur GmbH baut derzeit ihren Standort in Stralsund deutlich aus. Auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern wird unter anderem eine neue Abfüll-, Verpackungs- und Logistikhalle auf mehreren Etagen errichtet. Mit der Unternehmenserweiterung werden mehr als 20 neue Jobs geschaffen und 94 Arbeitsplätze gesichert. „Die Neuansiedlungen und Erweiterungen sind ein Beleg dafür, dass die Rahmenbedingungen bei uns im Land stimmen. Die Unternehmen vertrauen in die Attraktivität der einzelnen Regionen, wissen um das Fachkräftepotential im Land. So werden wir unsere wirtschaftspolitischen Schwerpunkte weiter auf die Unterstützung von Investitionen setzen. Das sichert und schafft Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagte Glawe.

Der Werftstandort Stralsund ist Bestandteil des Unternehmens MV WERFTEN der Genting-Gruppe, zu denen auch die Standorte Wismar und Rostock-Warnemünde gehören. In Stralsund entstehen künftig Luxusexpeditionskreuzfahrtschiffe der sogenannten „Endeavor Class“ gebaut werden. Die 20.000 BRZ (Bruttoraumzahl) großen Expeditionsyachten sollen ab Ende 2017 bei MV WERFTEN in Stralsund gefertigt und ab Frühjahr 2019 an die US-amerikanische Luxusreederei Crystal Cruises abgeliefert werden. „Das Engagement der Genting-Gruppe stärkt den maritimen Standort Mecklenburg-Vorpommern insgesamt und trägt dazu bei, dass die maritime Industrie neue wirtschaftliche Perspektiven bekommt“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) mit knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro eine Schlüsselstellung ein. Zum Schiff- und Bootsbau zählen etwa 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den hiesigen sechs größeren Unternehmen – den MV Werften, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der Tamsen Maritim in Rostock – sind derzeit rund 2.100 Mitarbeiter mit etwa 220 Auszubildenden beschäftigt. Der Schiffbau wird ergänzt durch maritime Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemleistungen konzentrieren. Diese beziehen sich nicht nur auf das Finalprodukt Schiff, sondern auch auf maritime Anlagen und Systeme für die Hafenwirtschaft und -logistik, die maritime Umwelt- und Sicherheitstechnik sowie die Offshore-Technik und weitere Bereiche der Meerestechnik. Insgesamt umfassen die maritimen Zulieferer und Dienstleister etwa 120 Unternehmen mit rund 5.000 Arbeitsplätzen.

Im Landkreis Vorpommern-Rügen wurden in der Zeit von Januar bis November 2016 mehr als 2,1 Millionen Ankünfte (+3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und mehr als 9,8 Millionen Übernachtungen (+4 Prozent) gezählt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste lag bei vier Nächten. Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern in der Zeit von Januar bis November 2016 mehr als 7,2 Millionen Ankünfte (+2,7 Prozent) und mehr als 29,1 Millionen Übernachtungen (+3,1 Prozent) registriert. Steigende Zahlen zeigen sich bei den ausländischen Gästen: mehr als 363.000 (+1,5 Prozent) ausländische Besucher verbrachten knapp 992.000 (+1,4 Prozent) Nächte im Land.

Engagement des Netzwerks Neue Nachbarn Sanitz/Groß Lüsewitz gewürdigt

Sanitz – Ministerin Stefanie Drese hat am Wochenende in Sanitz die Abschlussveranstaltung der 3. Groß Lüsewitzer Begegnungswoche besucht und das herausragende ehrenamtliche Engagement des Netzwerks Neue Nachbarn Sanitz/Groß Lüsewitz bei der Integration von Flüchtlingen gewürdigt.

„Die 3. Groß Lüsewitzer Begegnungswoche ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was durch gemeinsames Handeln auf die Beine gestellt und erreicht werden kann“, sagte Drese anlässlich ihres Besuchs der Zirkusshow als großes Finale der Begegnungswoche. „Hier ist vor Ort etwas gewachsen. Hier wird Engagement und Integration gelebt. Hier sind Freundschaften entstanden“, so die Ministerin.

So wie in Sanitz/ Groß Lüsewitz würden in ganz Mecklenburg-Vorpommern viele Bürgerinnen und Bürger gesellschaftliche Verantwortung, weit über den eigenen privaten Raum hinaus übernehmen. „Sie leisten damit einen unbezahlbaren Wert für das Gemeinwohl in ihrer Gemeinde“, so Drese. „In Sanitz/ Groß Lüsewitz klappt das initiiert durch das Netzwerk Neue Nachbarn besonders herausragend.“

Drese: „Als Integrationsministerin des Landes erachte ich diese Veranstaltung auch deshalb als besonders wertvoll, weil es hier zum dritten Mail gelingt, eine mehrtätige interkulturelle Veranstaltung für Einheimische und Flüchtlinge auf die Beine zu stellen.“ Dieses Engagement reiche bis in den Alltag hinein. Durch Angebote in der Flüchtlingsunterkunft, wie den Deutschunterricht, die Hausaufgabenunterstützung oder mit gemeinsamen Ausflügen würden tolle Rahmenbedingungen für eine gelingende Integration geschaffen und somit das Zusammenleben in der Gemeinschaft von allen Generationen und Nationalitäten gefördert, sagte Drese.

Die Ministerin dankte in ihrem Grußwort allen Beteiligten, die mit großem Engagement dazu beigetragen haben, die 3. Groß Lüsewitzer Begegnungswoche stattfinden und erneut zu einem großen Erfolg werden zu lassen.

Gülle-Ausbringung: Landwirte müssen Bodenverhältnisse selbst prüfen

Linstow – Am vergangenen Freitag fand in Linstow der diesjährige Boden- und Düngungstag Mecklenburg-Vorpommern statt. Das Landwirtschaftsministerium nimmt dies zum Anlass, um noch einmal daraufhin zu weisen, dass das Ausbringen von Gülle oder Gärresten grundsätzlich zwar seit dem 1. Februar wieder erlaubt ist, jedoch nur unter der Maßgabe, dass die Boden- und Witterungsverhältnisse vor Ort dies zulassen.

So legt die geltende Düngeverordnung in §3 fest, dass das Ausbringen von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln mit wesentlichen Nährstoffgehalten an Stickstoff oder Phosphat nicht erfolgen darf, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder durchgängig höher als fünf Zentimeter mit Schnee bedeckt ist.

Die konkrete Bodensituation ist im Rahmen der guten landwirtschaftlichen Praxis von jedem Landwirt vor Ort eigenverantwortlich zu überprüfen und dann entsprechend über eine Ausbringung zu entscheiden. Weder das Agrarministerium noch die Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt erteilen diesbezüglich Genehmigungen.

Lehrer werden in MV: Mehr Referendare an den Schulen

Ministerin Hesse: Der Lehrerberuf ist bei uns im Land ein Beruf mit Zukunft

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern bildet immer mehr Lehrerinnen und Lehrer an den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen aus. Nach den diesjährigen Winterferien absolvieren insgesamt 648 Referendarinnen und Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den öffentlichen Schulen. Im Jahr 2016 waren es zum gleichen Zeitpunkt 555 Referendarinnen und Referendare, im Jahr 2015 insgesamt 539 Personen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 haben lediglich 186 angehende Lehrerinnen und Lehrer ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen verrichtet.

„Der Lehrerberuf ist bei uns im Land ein Beruf mit Zukunft. Die Einstellungschancen sind besonders gut, weil viele erfahrene Lehrkräfte demnächst in den Ruhestand gehen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Dies gilt insbesondere für Grundschulen, Förderschulen und Regionale Schulen. Ich freue mich daher über jeden, der diesen anspruchsvollen und schönen Beruf ergreifen will. Das Land hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, dass der Lehrerberuf attraktiver wird. Dazu zählen unter anderem bessere Verdienstmöglichkeiten und die Verbeamtung, die für junge Menschen besonders wichtig ist“, so Hesse.

Seit 1. August 2013 werden die angehenden Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst auf Widerruf verbeamtet. Mecklenburg-Vorpommern stellt zweimal im Jahr Referendarinnen und Referendare an den Schulen ein. Einstellungstermine sind der 1. Februar und der 1. August. Das Referendariat dauert 18 Monate. Mit einer Doppelqualifikation hat es eine Dauer von 24 Monaten.

„Referendarinnen und Referendare erteilen nach einer Einführungszeit von sechs Monaten 10 Wochenstunden eigenverantwortlichen Unterricht“, erläuterte Bildungsministerin Hesse. „Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer können sich ausprobieren und wichtige Erfahrungen sammeln. Genau das wollen sie auch. Kritische Stimmen, das Referendariat im Schuldienst sei deswegen nicht attraktiv, kann ich nicht nachvollziehen. In einigen anderen Ländern müssen Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen im Referendariat zum Teil mehr unterrichten. Die stetig steigende Zahl der Referendarinnen und Referendare bei uns spricht eine deutlich andere Sprache“, so die Ministerin.

Triple A: Mecklenburg-Vorpommern erhält höchste Kreditwürdigkeit

Schwerin – Die Bonität Mecklenburg-Vorpommerns ist erstmalig von einer Ratingagentur bewertet worden. Das Ergebnis: AAA – die höchste erreichbare Einstufung.

Die Ratingagentur Fitch hat in einem umfangreichen Verfahren die institutionellen Rahmenbedingungen, die Haushaltsführung, die Wirtschaftslage, die Steuer- sowie die Schuldenentwicklung im Zeitraum 2011 bis 2016 untersucht. Dabei lobten die Analysten neben den rückläufigen Zinsausgaben, die unterdurchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung sowie den Rückgang des Anteils der Verwaltungsausgaben am Gesamthaushalt. Besonders positive Erwähnung fand der Rückgang der Kreditmarktverschuldung um über 1 Milliarde Euro in den vergangenen zehn Jahren.

Für das Land bedeutet die Einstufung als besonders kreditwürdig, dass es alte Kredite zu bestmöglichen Konditionen mit niedrigsten Zinsen ablösen kann.

Finanzminister Mathias Brodkorb: „Die Einstufung der Ratingagentur ist ein weiterer Beleg für die erfolgreiche Finanzpolitik der vergangenen Jahre.“

Strengere Strafen für Gewalt gegen Rettungskräfte und Polizei

Rettungskräfte und Vollstreckungsbeamte sollen besser geschützt werden

Schwerin – Über den Gesetzentwurf hat der Bundestag heute beraten. „Ein gutes Gesetz, das Bundesjustizminister Heiko Maas auf den Weg gebracht hat“, findet Ralf Mucha. Er ist der Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Feuerwehrpolitik, Brand- und Katastrophenschutz. Besonders Polizeibeamte im Einsatz sollen durch die Strafverschärfung vor Übergriffen geschützt werden.

Wertschätzung verdienen aber auch die Hilfskräfte der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes und der Rettungsdienste. „Ein Angriff auf die Retter ist zugleich ein Angriff auf die öffentliche Sicherheit, denn ohne die wäre keine Hilfeleistung möglich“, so Mucha. Die in dem Gesetz vorgesehenen Änderungen werden daher auch auf sie übertragen.

„Es ist gut, dass auch für die Rettungskräfte dieselben Schutz-Maßstäbe gelten sollen wie für Polizeibeamte“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Thoma Schwarz. „Ich wünsche mir aber vor allem, dass die Menschen wieder mehr Respekt für die Arbeit der Feuerwehrleute und Katastrophenschützer haben, die häufig ehrenamtlich für die Sicherheit ihrer Mitbürger im Einsatz sind“, so Schwarz weiter. Schwarz ist seit vielen Jahren Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Demen.

Ganz ähnlich bewertet das der polizeipolitische Sprecher der Fraktion Manfred Dachner. Der Polizeidirektor a.D. stellt fest, dass die Gewalt in unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren leider deutlich zugenommen hat. Die veränderten Einflüsse politischer Extremisten, insbesondere rechter Randgruppen, habe die Hemmschwelle vor allem gegen Polizeiangehörige erschreckend sinken lassen. „Das Gesetz allein wird jedoch keine wesentliche Veränderung des Verhaltens bewirken. Nur mit einer gesellschaftlichen Ächtung werden mittelfristig friedvolle Bürger und die Sicherheits- und Ordnungskräfte besser geschützt werden, so Dachner.

Grundstein für neue Grundschule am Ziegelsee gelegt

Schwerin – Die Gründungsarbeiten für die neue Grundschule am Ziegelsee haben schon im Januar begonnen, jetzt wurde symbolisch der erste Grundstein gelegt. Bis zur Fertigstellung sollen nur sieben Monate vergehen. Das ist möglich, weil die dreizügige Grundschule in moderner Modulbauweise errichtet wird. „Es ist ein sportliches Ziel, bis zum Schuljahresstart fertig zu werden. Aber ich bin mir sicher, dass wir das schaffen werden. Und Eltern, die sich für diese Schule entscheiden, werden für ihre Kinder hervorragende Lernbedingungen und ein innovatives Raumkonzept vorfinden, wie man es so konsequent eben nur bei einem Neubau umsetzen kann“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier bei der Grundsteinlegung.

Der Schulkomplex mit Hort und Turnhalle hat eine Gesamtfläche von ca. 7.500 m². Das dreigeschossige Schul- und Hortgebäude entlang der Speicherstraße wird über 12 Klassenräume, einen integrierten Hort mit Gruppen- und Nebenräumen, Mensa und Turnhalle verfügen. Wenn die Schule voll belegt sein wird, können dort mehr als 300 Kinder der 1. bis 4. Klasse lernen. Zwischen den Klassenräumen sollen von beiden Räumen nutzbare Freiarbeitsräume angeordnet werden. Dort ist z.B. Gruppen- und Partnerarbeit oder die Einzelförderung besonders lernstarker oder lernschwacher Kinder möglich. Für den Fachunterricht sind speziell ausgestattete Werk-, Kunst- und Musikräume, eine Lehrküche und eine Schulbibliothek geplant, im Schulhort Tanz-, Theater- und Kreativräume. Mensa und Aula werden so gestaltet, dass sie zusammen als multifunktionaler Veranstaltungsraum mit einer mobilen Bühne und Bestuhlung dienen können.

Ein modern ausgestattetes Computerkabinett sowie Multifunktionsboards in jeder Klassenstufe machen interaktives Lernen möglich. Die Freude am kreativen Schreiben soll durch eine kleine Druckerei geweckt werden, in der die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, Texte zu setzen und diese zu drucken. Das Farbkonzept der Außenfassade mit ihren Gelb-, Orange- und Rottönen soll sich im Gebäude bei Türen und Möbeln wiederfinden. Im Außengelände wird es anstelle eines klassischen Schulgartens ein „grünes Klassenzimmer“ mit Hochbeeten und Sitzmöglichkeiten unter einer Pergola geben. Auf dem Schulhof ist ein kleiner Bolzplatz mit Toren, Basketballkorb und Klettermöglichkeiten geplant. Außerdem sind für den Schulsport neben der Turnhalle eine Laufbahn und eine Weitsprunganlage vorgesehen.

Die Baukosten für die Schule liegen bei 4,6 Millionen Euro, der integrierte Hort wird weitere 2,9 Millionen Euro kosten. Für die Zwei-Feld-Sporthalle, die zeitgleich errichtet wird, haben die Planer 2,3 Millionen Euro veranschlagt. „Hier haben Eltern die Chance, nicht nur ihren Kindern, sondern auch der Schule beim Wachsen zuzuschauen, denn erst nach vier Jahren wird die Grundschule in allen vier Klassenstufen voll belegt sein“, sagt Oberbürgermeister Rico Badenschier. In der neuen Grundschule sollen ab dem Schuljahr 2017/18 bis zu drei erste Klassen das Lesen und Schreiben lernen. Anmeldungen für die neue Grundschule sind noch möglich bei der städtischen Schulbehörde unter 545- 2013.

Die Grundschule am Ziegelsee ist der erste kommunale Schulneubau seit 1991. Zuletzt wurden am 1. September 1990 im Mueßer Holz die 36. Schule (später Erich-Kästner-Schule) und im September am 1. September 1991 die 37. Schule in Krebsförden (heute Außenstelle der Neumühler Schule) übergeben. Die Kästner-Schule wurde noch bis zum Jahr 2006 genutzt und 2009 abgerissen. Die Schule in Krebsförden wird seit 2006 durch die Schule Neumühle als zweiter Standort genutzt.

Vorlesezeit am 25. Februar in der Kinderbibliothek

Rostock – Am Sonnabend, 25. Februar 2017, liest Vorlesepate Ralf-Peter Schriever die Geschichten „Das Wolkenschaf von Fred Rodrian und „Die Schildkröte hat Geburtstag von Elizabeth Shaw für Kinder im Alter ab vier Jahren vor.

Das Wolkenschaf ist auf die Erde gefallen. Christine findet es und hat mit ihm viel Mühe. Zirri isst nicht und will auch nicht spielen. Es sehnt sich zurück zu seinen Geschwistern. Christine überlegt: Wer kann helfen…?

Eine Feier gibt es für die Schildkröte: Als Geburtstagsgeschenk bringt jeder Gast das Geschenk, über das er selbst sich am meisten freut und das er gleich für sich selbst verwenden darf. Dabei ist Schildkrötes Wunsch bescheiden: Einen großen, grünen, saftigen Salatkopf hätte sie gern. Stattdessen bringen ihr die anderen Tiere Dinge, die eine Schildkröte eben nicht mag. Betrübt endet der Geburtstag für sie, bis die kleine Maus spät abends noch erscheint und ein großes Paket anschleppt. Die Schildkröte ist überglücklich.

Die Vorlesezeit in der Kinderbibliothek der Stadtbibliothek Rostock in der Kröpeliner Straße 82 beginnt um 11 Uhr, der Eintritt ist frei.

Rostock bei der HANSEartWORKS 2017 in Kampen

Illustrator Gregor Hinz gewinnt Ausschreibung

Rostock – Der in Rostock geborene Illustrator Gregor Hinz wird im Rahmen der 11. HANSEartWORKS-Ausstellung vom 15. bis 18. Juni 2017 die Hansestadt vertreten. Eine Jury hat Gregor Hinz und weitere 19 Künstlerinnen und Künstler aus zahlreichen Hansestädten zur Teilnahme ausgewählt.

Illustrator Gregor Hinz gewinnt Ausschreibung Foto @ Gregor Hinz

Gregor Hinz überzeugte mit dem Projekt „paint-o-mat“ einem Transportcontainer, in dessen Innerem der Illustrator Zeichnungen anfertigt. Besucherinnen und Besucher schreiben ihren Wunsch auf eine Postkarte und werfen diese in einen Schlitz im Container. Nach Ablauf einer Wartezeit wird die Karte mit individueller Zeichnung ausgeworfen. Hinz erläutert: „Dabei geht es um den Gegensatz im Kopf. Meine Zeichnung wird ziemlich sicher nicht das Bild sein, das der Nutzer im Kopf hatte. Es wird bestimmt auch nicht völlig gegensätzlich sein, aber irgendwo dazwischen.“

Die niederländische Hansestadt Kampen ist Gastgeberin des 37. Internationalen Hansetags. Teil des umfangreichen Programms ist die 11. HANSEartWORKS-Ausstellung zum Thema „Welt der Gegensätze“. Sie umfasst 20 Kunstprojekte, die in je einem Transportcontainer von 2 x 2 x 2 Metern Größe präsentiert werden.