Kategorie: Kunst und Kultur
Sozialministerium im historischen Marstall geöffnet
Schwerin – Der historische Marstall in Schwerin hat eine bewegte Geschichte. Der einstige Pferdestall mit Reithalle beherbergt heute zwei Ministerien und Teile des Technischen Museums. Zum Tag des offenen Denkmals wird erstmals der Bereich des Ministeriums für Soziales und Gesundheit für Interessierte geöffnet.
Ministerin Manuela Schwesig und Staatssekretär Nikolaus Voss werden von 13 Uhr bis 15 Uhr ihren Bereich für Besucher öffnen und stehen für Gespräche zur Verfügung.
Das Gebäude des Sozialministeriums an der Werderstraße steht von 11 Uhr bis 15 Uhr offen. Architekt Michael Mikolajczyk wird um 11.30 Uhr und 13.30 Uhr in Vorträgen über die Sanierung des 1838 – 1848 erbauten Areals informieren und durch das Haus führen.
Vereinbarung zwischen Land und Landeshauptstadt zur Bewerbung des Schweriner Schlossensembles unterzeichnet – Fachgutachten definiert umfangreichen Anforderungskatalog für die Bewerbung
Schwerin – Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider, Kultusminister Henry Tesch und Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow haben die Vereinbarung des Landes mit der Landeshauptstadt Schwerin zur Bewerbung des Schweriner Schlossensembles zum Welterbe der UNESCO unterzeichnet.
In der Vereinbarung verpflichtet sich das Land, vertreten durch das Kultusministerium und den Landtag, gemeinsam mit der Landeshauptstadt u. a. dazu, alle Anstrengungen zu unternehmen, um schnellstmöglich auf die Vorschlagsliste (tentative list) für die Aufnahme als Weltkulturerbe der UNESCO zu kommen.
Kultusminister Henry Tesch: “Mit dieser Vereinbarung wird dem gemeinsamen Bemühen um die Aufnahme des Schweriner Schlossensembles in das UNESCO-Welterbe noch einmal besonderer Nachdruck verliehen. Außerdem können wir so unsere Kräfte besser vereinen und gemeinsam das sehr anspruchsvolle und umfangreiche Bewerbungsverfahren auf den Weg bringen.”
“Das Bewerbungsverfahren wird den Städtetourismus in Schwerin weiter voran bringen. Nicht erst die Bundesgartenschau in den Gärten rund um unser Schweriner Märchenschloss hat die große Anziehungskraft dieses Meisterwerks historistischer Baukunst bewiesen. Der Weg auf die Welterbeliste ist zwar lang. Aber schon die Bewerbung wird das Schweriner Schlossensemble national und international noch bekannter machen”, so Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.
In der Vorwoche hatte der Kunsthistoriker Prof. Dr. Christofer Herrmann ein von der Landeshauptstadt beauftragtes Fachgutachten vorgelegt, das die Grundlage der UNESCO-Bewerbung Schwerins bilden soll.
“Die Chancen für eine Welterbebewerbung sind immer da besonders gut, wo die Europäer noch nicht viel auf der Liste vorzuweisen haben. Bei herausragenden Bauwerken und Ensembles des lange unterschätzten Historismus ist das der Fall”, so Prof. Dr. Christofer Herrmann. “Für ein internationales Bewerbungsverfahren müssten europäische Partner gefunden werden, die den historistischen Schlossbau in seiner ganzen Bandbreite mit herausragenden Beispielen repräsentieren.”
Die Antragstellung für die Aufnahme des Schweriner Schlossensembles in die UNESCO-Welterbeliste ist laut seinem Fachgutachten – unabhängig von einer internationalen Bewerbung – aus drei Gründen möglich:
1. Das Schweriner Schloss ist ein Meisterwerk der historistischen Baukunst, an dessen Entwurf mehrere herausragende Architekten beteiligt, waren und in dessen Konzeption sich grundsätzliche Fragestellungen der Architekturdiskussion des 19. Jahrhunderts in Europa widerspiegeln.
2. Das Schweriner Schlossensemble zählt zu den herausragenden Beispielen des ‘romantischen Historismus’ und ist auch ein außerordentlich authentisch erhaltenes Beispiel für die Entwicklung des Städtebaus (Verknüpfung von Residenz und Stadt mit einer Park- und Naturlandschaft) im 19. Jahrhundert.
3. Das Schweriner Schlossensemble kann eine außergewöhnlich lange, epochenübergreifende Tradition als historischer, politischer und architektonischer Zentralort (Fürsten- und Parlamentssitz) vom 10. Jahrhundert bis in die Gegenwart vorweisen.
Das Fachgutachten wird am 7. Oktober 2010 im Rahmen eines Fachkolloquiums im Festsaal des Schweriner Schlosses präsentiert.
Die Unesco-Liste verzeichnet derzeit 911 Kultur- und Naturerbestätten in 151 Ländern, davon 33 in Deutschland.
Insel Rügen – „Reisen, Handel und Verkehr“ – so lautet das Thema des diesjährigen Tag des offenen Denkmals, der europaweit am 12. September durchgeführt wird. Auf Rügen bereiten das Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Bereich Denkmalpflege der Kreisverwaltung diesen Tag in bewährter Weise vor.
Die traditionelle kreisliche Auftaktveranstaltung findet in diesem Jahr in Altefähr statt. Nach einem Festgottesdienst um 10:30 Uhr in der Kirche zu Altefähr geht es zu Fuß zum Fähranleger, wo das Fahrgastschiff „Hanseatic“ auf die Besucher wartet. Um 12:00 Uhr legt das Schiff zu einem Ausflug auf dem Strelasund ab, an Bord wird der Bürgermeister der Gemeinde, Ingulf Donig, den Festvortrag „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“ halten. Mehr als 100 interessierte Gäste haben die Möglichkeit, bei der Schiffsreise dabei zu sein. Um 14:30 Uhr ist am Fähranleger Treffpunkt zu einem Rundgang durch Altefähr unter fachkundiger Führung, die etwa anderthalb Stunden dauert.
„Altefähr am Eingang der Insel ist ein prädestinierter Standort für den diesjährigen Tag des offenen Denkmals. Schon in der Vergangenheit kam dem Ort eine große Bedeutung aufgrund der Fährverbindungen und später mit dem Bau des Rügendamms auch für den Eisenbahn- und Straßenverkehr zu“, unterstreicht Landrätin Kerstin Kassner die Wahl des Veranstaltungsortes.
Dr. Christian Schnitzer, der langjährige Vorsitzende des Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, verweist auf den positiven Effekt des alljährlichen Tag des offenen Denkmals. Dann würden viele Denkmäler und Aktivitäten im Bereich des Denkmalschutzes in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangen. Auf Rügen gibt es insgesamt mehr als 10.000 Bau- und Bodendenkmale.
Auch in diesem Jahr stehen neben der Kreisveranstaltung wieder zahlreiche andere Ausflugsziele auf dem Programm. In Bergen beispielsweise wird es um 15:00 Uhr eine Führung durch die St. Marien – Kirche mit Tino Mehner geben. Im Schlosspark Pansevitz beginnt um 10:00 Uhr ein Gottesdienst, um 11:30 Uhr folgt eine Führung durch den Park, und um 14:00 Uhr ist ein Vortrag von Dr. Kehn mit musikalischer Begleitung vorgesehen. In Göhren haben die Mönchguter Museen geöffnet. Um 11:00 Uhr gibt es im Museumshof einen Vortrag von M. Parchow zur Ur- und Frühgeschichte, um 15:00 treffen sich am Heimatmuseum Interessenten zu einer Führung zum Thema Handel und Verkehr. Auf der Insel Hiddensee in Vitte, Süderende 105, beginnen um 11:00 Uhr und um 15:00 Uhr Führungen durch das Hexenhaus mit Sabine Reichwein.
18. und 19. September 2010 im Hafen von Seedorf
Insel Rügen – Mehr als 35 Keramiker aus ganz Deutschland werden zum 11. Ostseetöpfermarkt in Seedorf erwartet. Was im Jahre 2000 als beschauliche Veranstaltung begann, ist heute ein herausragendes kulturelles Ereignis für die gesamte Region und ein schönes Abenteuer für Teilnehmer und Besucher. In diesem Jahr sind besonders viele neue Teilnehmer dabei – darunter junge Kreative ebenso wie „alte Hasen“. Anders als bei den zahlreichen durchreisenden Töpfermärkten wurden alle Teilnehmer eigens zu dem Markt an der Having eingeladen und auch Rügener Werkstätten sind vertreten.

An ihren Ständen im idyllischen Seedorfer Hafen bieten die Töpfer ausgesuchte und hochwertige Töpferwaren an: Gebrauschgeschirr, Vasen, Dosen, Schmuck, hochwertige Objekte und Skulpturen, der klassische Salzbrand kommt ebenso vor, wie Fayencen, Raku und edle Porzellane. Traditionelle Gefäßformen und Dekore, existieren munter neben skurillen Ideen und lustigen Dekoren. Schon ab Anfang September kann im „Granitzhaus“ unterhalb des Jagdschlosses Granitz die Keramikausstellung „groß und klein“ besichtigt werden. Aus den Exponaten, die am Marktwochenende auf dem Ostsee Töpfermarkt ausgestellt werden, wählen Besucher ihr Lieblingsstück – und vergeben damit den Publikumspreis 2010. Die Preisverleihung findet am 19. September um 14 Uhr statt.
Der 11. Ostseetöpfermarkt in Seedorf am 18. und 19. September wird an beiden Tagen von einem vielseitigen Programm begleitet: Gospelchor und Jazz, Figurentheater für Kinder und natürlich kulinarische Genüsse erwarten die Besucher – die sicherlich wieder in Scharen zu diesem schönen Herbstabenteuer in das Selliner Hügelland kommen werden.
Jürgen Eisenacher stellt in The Coop Galerie neue Bilder aus
Insel Rügen – In ihrer nächsten Ausstellung zeigt The Coop Galerie Malerei und Zeichnung von Jürgen Eisenacher. Unter dem Titel „Gespenster“ werden neue Werke des Künstlers erstmals vorgestellt.
Er arbeitet zumeist an thematischen Reihen, die er zeichnerisch oder malerisch umkreist. Nachdem der in Berlin lebende Maler sich zuletzt mit Katastrophen auseinandergesetzt hat, ist sein aktueller Themenkreis die europäische Sicht auf den afrikanischen Kontinent.
In seinen aktuellen Zeichnungen und Gemälden setzt sich Jürgen Eisenacher mit der europäischen Kolonialherrschaft über Afrika und deren Folgen auseinander. Schwarze Afrikaner, wie weiße Eroberer werden in seinen Bildern als Deformierte gezeigt – mit großen Kulleraugen oder Mäuseohren die einen, mit leerem Blick und langer Nase die anderen. Die transformierten Klischeebilder verunsichern den Betrachter, ohne ihn politisch zu agitieren. Oft löst malerische Figuration sich im Ornament auf, die melancholisch getönte Farbpalette täuscht sentimentale Reminiszenz vor, eine akademische Malweise verspricht sicheres Terrain. Stattdessen tritt der Maler couragiert die Reise ins Herz der Finsternis an und beschwört die verdrängten Gespenster des Unheils.

Jürgen Eisenacher wurde 1964 in Frankfurt am Main geboren, er hat Kunstgeschichte und klassische Archäologie studiert, bevor er an der Gerrit Rietveld Akademie Amsterdam Malerei studiert hat. Er lebt und arbeitet heute in Berlin.
Eröffnung Freitag, 17. September, um 19 Uhr
Ausstellung 18. September bis 30. Oktober 2010
Schwerin – “Tradition und Innovation – unter diesem Motto sehe ich die Arbeit der Musikschulen in Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit”, so der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Henry Tesch, anlässlich des Festaktes zum 20-jährigen Bestehen des Verbandes deutsche Musikschulen in Mecklenburg-Vorpommern.
Im Rahmen der Feierlichkeit überreichte er an die ersten 11 Musikschulen, die diesen Titel bereits beantragt haben, die Urkunde “Staatlich anerkannte Musikschule in Mecklenburg-Vorpommern”.
Minister Tesch: “Ein großer Erfolg der langjährigen guten Zusammenarbeit des Bildungsministeriums mit dem Landesmusikschulverband ist die Verankerung der Musikschulen im novellierten Schulgesetz. Angesichts der Vielzahl musikalischer Unterrichtsangebote privater Anbieter kommt der Sicherung des Namens “öffentlich, geförderte, gemeinnützige Musikschule” auch in Mecklenburg-Vorpommern eine wachsende Bedeutung zu. Die deshalb gemeinsam entwickelte Verordnung zur staatlichen Anerkennung von Musikschulen und von Kinder- und Jugendkunstschulen trat Anfang 2010 in Kraft.
Ich freue mich sehr, dass wir zur heutigen Festlichen Mitgliederversammlung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Landesverbandes der Musikschulen in MV e. V. schon die ersten Urkunden überreichen können.”
Folgende Musikschulen erhalten die Urkunde zum Führen der Bezeichnung “Staatlich anerkannte Musikschule in Mecklenburg-Vorpommern” (im Sinne der Verordnung zur staatlichen Anerkennung von Musikschulen und von Kinder- und Jugendkunstschulen vom 11. Dezember 2009, veröffentlicht im Gesetz- und Verordnungsblatt für Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 1 vom 13. Januar 2010)
- Kreismusikschule Nordvorpommern
- Musikschule der Hansestadt Wismar
- Musikschule der Universitäts- und Hansestadt Greifswald
- Musikschule Rügen
- Kreismusikschule Uecker-Randow
- Kreismusikschule Müritz
- Kreismusikschule Ostvorpommern
- Musikschule Altentreptow/Demmin e. V.
- Ataraxia Schwerin
- Konservatorium Rostock
- Regionalmusikschule Malchin e.V.
Minister Tesch hob weiter hervor, dass hinter den vielfältigen Angeboten der Musikschule äußerst engagierte Musikschullehrerinnen und Musikschullehrer stecken, die sich stets weiterbilden und mit stets neuen Ideen musikalische Bildung für die heutige Zeit vermitteln.
“Ich möchte mich bedanken bei allen Pädagogen und ganz besonders dem Landesverband der Musikschulen Mecklenburg-Vorpommern, der sich mit hoher Fachkompetenz aktiv in die Entscheidungsfindung zur Zukunft der Musikschulen einbringt”, so Minister Tesch. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 20 vom Land geförderte Musikschulen.
Insel Rügen – Im Beisein zahlreicher Gäste wurde am Samstag (4.9.) die Ausstellung “ZEITzeichen/ZEITzeugen” in der Orangerie Putbus eröffnet. Der Rügener Künstler Walter G. Goes, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag fieiert, zeigt Objekte und Zeichnungen. Zur Eröffnung sprach der Schriftsteller Peter Wawerzinek.





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Schlotmann: Finanzhilfen für Welterbe
Wismar – Auf dem 5. Internationalen Kongress der Backsteinbaukunst in Wismar betonte Bauminister Volker Schlotmann, dass die Backsteinbaukunst ein Identität stiftendes Merkmal in Mecklenburg-Vorpommern ist und weiterhin unterstützt werden muss. “Ich freue mich, dass der Bund im Programm 2010 für die Hansestädte Stralsund und Wismar wiederum knapp zehn Millionen Euro vorsieht”, sagte Schlotmann heute in der St.-Georgen-Kirche in Wismar. “Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Welterbes geleistet und die Zukunftsfähigkeit beider Städte gestärkt.” Die Bundesregierung führt in diesem Jahr das Förderprogramm für Investitionen in nationale UNESCO-Welterbestätten mit einem Programmvolumen von insgesamt rund 70 Millionen Euro bis zum Jahr 2014 fort.
Die Hansestadt Wismar will mit rund 3,4 Millionen Euro die ehemalige Kaufmannskompanie in der Lübschen Straße 23 sanieren und umnutzen. In Stralsund sollen mit Hilfe von rund 6,5 Millionen Euro die Sanierung ausgewählter Bürgerhäuser sowie eines Teils des Dominikanerklosters St. Katharinen in Angriff genommen werden. “Die von beiden Hansestädten geplanten Investitionen sind gut angelegtes Geld”, sagte Schlotmann. “Das Förderprogramm leistet somit nicht nur einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung sondern gibt auch Impulse für Beschäftigung und Wachstum in der Region.”
Zu den bekanntesten Zeugnissen der Backsteingotik zählen in Wismar die drei monumentalen Kirchen St. Georgen, St. Marien und St. Nikolai. Die Sanierung und Instandsetzung der Kirchen wird bereits seit 1991 mit Städtebauförderungsmitteln unterstützt. Die Arbeiten an der St. Marienkirche sollen bis Ende 2013 abgeschlossen sein. Für die St.-Georgen-Kirche plant die Stadt noch in diesem Jahr eine Nutzung und bis 2012 den Abschluss der Sanierungsarbeiten. Die Erneuerung der Kirche St. Nikolai soll 2012 beendet sein.
Gleichzeitig warnte der Bauminister auf dem Kongress vor den vom Bund beabsichtigten Kürzungen der Städtebauförderung. Laut Schlotmann sei die Halbierung der Förderung ein schwerer Rückschlag für die Städte und Gemeinden. “Trotz enormer Entwicklung der Kommunen in den vergangenen 20 Jahren bleibt noch einiges in der Stadtsanierung zu tun”, sagte Schlotmann. “Damit sich die Städte und Gemeinden auch weiterhin so gut entwickeln können, brauchen wir auch künftig eine Städtebauförderung auf mindestens dem bisherigen Niveau. Schließlich sollen sich die Menschen in ihren Städten wohlfühlen und wir wollen auch weiterhin viele Touristen in unser Land locken.”
In diesem Zusammenhang hob der Minister die Innenstädte im Land hervor, die sich durch die wechselhafte Kombination aus traditioneller und moderner Architektur als lebendige Orte des Wohnens, des Arbeitens, der Kultur und der Erholung zeigen. “Zu dieser Entwicklung hat die Stadterneuerung wesentlich beigetragen – viele Straßen, Plätze und historische Gebäude, wie Rathäuser und Kirchen, sind bereits saniert”, sagte der Minister. “Diese positive Entwicklung sollte durch die Absicht des Bundes nicht gefährdet werden”, so Schlotmann abschließend.
Waren – Die nächste Sonderausstellung im MÜRITZEUM trägt den Titel „Karten mit Geschichte“. Kernstücke der Ausstellung sind 5 großformatige mecklenburgische Flurkarten aus dem 18. Jahrhundert. Mit Unterstützung des Freundeskreises der Kulturstiftung der Länder wurde es möglich, die bereits stark vom „Zahn der Zeit“ geschädigten Karten zu konservieren und so wertvolles Kulturgut zu erhalten.
Anliegen der Sonderausstellung ist es, unseren Besuchern ein Stück Mecklenburg-Geschichte näher zu bringen. Die Anfertigung von Flurkarten war häufig der erste Schritt, um eine Besteuerung von Flächen vornehmen zu können. So wurden auch die Stadtfeldmarken von Waren genauestens vermessen. Die Karten geben nicht nur einen Eindruck von der Landschaftsgestaltung der Region um Waren im 18.Jh., es wurden auch die Grundbesitzer oder Pächter der Felder und Wiesen eingetragen.
Die Flurformen lassen Rückschlüsse auf die Landwirtschaft zu, und es sind die Siedlungsstrukturen jener Zeit dokumentiert. Vieles hat sich seitdem im Landschaftsbild verändert. Sölle wurden durch die Melioration beseitigt, Glashütten und Teeröfen, wichtige Wirtschaftsstandorte im 18.Jh., wurden aufgegeben und ihre Standorte sind heute in Vergessenheit geraten. Kriege, Seuchen, Missernten und Bauernlegen führten zur Aufgabe von Dörfern und Bauernstellen.
Zahlreiche historische Flurname haben die Zeit überdauert und lassen sich aus der Kenntnis der Geschichte erklären. Über viele Generationen haben sich auch Sagen und Mythen erhalten, die eng mit der Landschaft und ihren Bewohnern verbunden sind.
Informative Texte, Bilder und ausgewählte Exponate helfen, die Sprache der historischen Karten besser zu verstehen und ein Stück Landesgeschichte zu entdecken. Die Karten bergen eine Fülle von Informationen zur mecklenburgischen Geschichte und sind nicht nur für Historiker und Heimatforscher eine wahre Fundgrube.
Die Ausstellung wird vom 1.September (Ausstellungseröffnung 17.oo Uhr) bis zum 28. November im „Haus der Sammlungen“ im MÜRITZEUM gezeigt.
Ziegelschaubrennen am 2. September
Wismar – Der 80 Meter hohe Turm der Kirche St. Marien ist weithin sichtbares Wahrzeichen der Hansestadt Wismar. Bei regelmäßigen Turmführungen genießen Besucher einen imposanten Blick über die Stadt. Eine 3-D-Filmpräsentation zeigt die Entstehung und Techniken des gotischen Backsteinbaus. Dabei erklärt die Figur Bruno Backstein anschaulich für alle Altersgruppen den Weg vom Lehm, dem Baumaterial der Kirche, über das Brennen der geformten Ziegel bis hin zum Mauerwerksbau.
Vor der St. Marienkirche können Besucher die Lehmziegel auch selbst formen. Im Rahmen des Internationalen Backsteinbaukunst-Kongresses am 2. und 3. September findet am 2. September ein öffentliches Ziegelschaubrennen an der Kirche statt. An dem Tag können Gäste selbst auch Ziegel im Bereich des ehemaligen Kirchenschiffes vermauern. Fachleute stehen ihnen dabei zur Seite. Weitere Informationen: www.wismar.de
Ausstellung zu Antisemitismus in der DDR öffnet am 1. September
Insel Rügen – Das Seebad Prora war ein zwischen 1935 und 1939 geplantes und zum Teil auch errichtetes Seebad auf Rügen. Nach seiner Fertigstellung sollten hier durch die Organisation “Kraft durch Freude” (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Über Geschichte des 4,5 Kilometer langen Gebäudes, auch Koloss von Rügen genannt, informiert das Prora-Zentrum, das sich derzeit im Block 5 am Jugendzeltplatz befindet. Mit seiner historisch-politischen Bildungsarbeit wird das Prora-Zentrum auch die Jugendherberge Prora betreuen, die im kommenden Jahr eingeweiht wird.
Das Prora-Zentrum führt Rundgänge durch das historische Gelände in Prora durch und geht dabei sowohl auf die NS- als auch die DDR-Geschichte, insbesondere auf die Geschichte der Bausoldaten in Prora, ein. Von April bis Oktober kann hier unter anderem die Dauerausstellung “Prora – mehr als nur ein schöner Strand” besichtigt werden. Am 1. September öffnet die Ausstellung “Das hat’s bei uns nicht gegeben! Antisemitismus in der DDR”. Zum Thema recherchierten Jugendliche aus acht deutschen Städten. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung präsentiert. Weitere Informationen: www.prora-zentrum.de
Ausstellung “Die Kraft der Farben” öffnet am 5. September
Rerik – In einem der ältesten Häuser des Ostseebades Rerik, dem bis 1940 als Schule genutzten Backsteinbau im Ortszentrum, ist seit 1957 das Heimatmuseum des Ortes untergebracht. Hier wird die Entwicklung Reriks ab 1820 dokumentiert. Besucher finden dort neben einer Fossiliensammlung auch Gebrauchsgegenstände aus der Ur- und Frühgeschichte, darunter Dolche, Meißel, Beile und Klingen.
Zudem wird das Badeleben des Ortes anhand von alter Badebekleidung oder Strandutensilien wie beispielsweise dem Standstuhl präsentiert. Fischereigeräte wie der Aalstecher, ein forkenähnliches Gerät, der Aalkorb zum Aufbewahren der Fische sowie verschiedene Schiffmodelle und Hausrat des 19. und 20. Jahrhunderts ergänzen das Ausstellungsangebot. Am 5. September zeigt die aus der Nähe von Rerik stammende Eva Welk unter dem Titel “Die Kraft der Farben” Öl- und Acrylmalerei. Weitere Informationen: www.rerik.de
Kleinod inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte entdecken
Am Westufer der Müritz liegt eines der ältesten Herrenhäuser Mecklenburgs: das Gutshaus Ludorf aus dem Jahr 1698, erbaut im Stile der dänischen Klinkerrenaissance. Zusammen mit der Ludorfer Oktogon-Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die der Grabeskirche von Jerusalem nachempfunden ist, dem frühmittelalterlichen Burgwall der Burg Morin, dem Wirtschaftshaus und dem Gutspark, der im Stile eines englischen Landschaftsparks angelegt wurde, begegnet dem Besucher hier ein typisch ostelbisches Gutsensemble.
Das Wirtschaftshaus, auch Zinnenhaus genannt, beherbergt neben Hotelzimmern auch ein Gutsmuseum, das mit der “100 Gutshäuser Route” die touristisch genutzten, aber auch die noch ruinösen Gutshäuser rund um die Müritz erlebbar macht. Das Gutshaus Ludorf wurde 1998/99 restauriert und beherbergt heute ein Romantik-Hotel. Das Hotel ist Müritz Nationalpark Partner und so stehen auch Arrangements mit Naturerlebnissen im Vordergrund.
In diesen Tagen beginnt der Kranichzug und der Gast kann in den Arrangements “Natur pur” oder “Kranichwoche” dieses Naturschauspiel auf geführten Wanderungen miterleben. Außerdem führt der “Gutsherr” im Rahmen dieser Arrangements jedes Wochenende kenntnisreich durch die über 1000-jährige Geschichte des Gutes Ludorf. Weitere Informationen: www.gutshaus-ludorf.de
Museumsfest am 29. August
Prerow – Das Darß-Museum in Prerow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zeigt kulturgeschichtliche, volkskundliche und naturkundliche Sammlungen der Region Fischland-Darß-Zingst. Schiffsmodelle, Bilder, nautisches Gerät sowie Mitbringsel aus England und Fernost zeugen von den wagemutigen Reisen der Seeleute, Darßer Haustüren und Giebelzierden von ihrer traditionellen Baukultur. Jährlich gibt es mehrere Sonderausstellungen zu Kunst und alter Kultur. Am 29. August sind Besucher zum Museumsfest eingeladen.
Dabei werden alte Handwerkstechniken erklärt wie etwa das Buttern, Spinnen und Steinschleifen. Besucher dürfen sich auch selbst im Filzen und Töpfern probieren oder beim Hufbeschlag oder Schmieden zusehen. Der Borner Liedermacher Peter Eidam sorgt für die musikalische Untermalung des Festes. Zudem wird eine historische Nacht- und Unterwäschen-Modenschau präsentiert. Um 19.00 Uhr steht eine Kunstauktion mit Grafiken der Leipziger Schule und internationaler Künstler auf dem Programm. Weitere Informationen: www.fischland-darss-zingst.de
Klostermarkt “Kunst und Werk” am 28. und 29. August
Zarrentin – Das Zisterzienser Nonnenkloster Zarrentin wurde 1246 von der Gräfin Audacia und ihrem Sohn, dem späteren Grafen Gunzelin III. von Schwerin, gegründet. Es befindet sich am Schaalsee und diente als “Jungfrauenkloster” als Erziehungs- und Zufluchtsstätte für die Töchter der Grafen und Vasallen aus den benachbarten Grafschaften sowie für Lübecker Patrizierfamilien. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1552 aufgelöst. Danach wurde es unter anderem als Kornspeicher, Brauerei, Amtsgericht, Jugendherberge, Wohnhaus, Bibliothek und Heimatstube genutzt.
In den Jahren 2003 bis 2006 wurde es umfangreich saniert und erstrahlt heute in neuem Glanz. Im Kreuzgang dokumentiert eine Dauerausstellung die Geschichte des Areals. Regelmäßige Führungen in Kloster und Kirche sollen den Besucher mit Details der historischen Entwicklung vertraut machen. Auch zahlreiche Veranstaltungen finden hier statt. Am 28. und 29. wird beispielsweise der Klostermarkt “Kunst und Werk” veranstaltet. Dabei präsentieren rund 90 Aussteller aus neun Bundesländern ihre Produkte, angefangen bei Goldschmiedearbeiten über Porzellan bis hin zur Glasmalerei. Am Samstag ertönen zudem schottische Klänge der Dudelsack-Band “Clan MacLanborough Pipes and Drums” zum Markttreiben. Weitere Informationen: www.kloster-zarrentin.de
Museum für Magie und Hexenverfolgung – Alte Burg Penzlin
Penzlin – Besuchermagnet in der Kleinstadt Penzlin bei Neubrandenburg ist zweifelsohne die Alte Burg, deren Bau vermutlich um 1220 erfolgte und die sich unter anderem im Besitz der Familie von Maltzahn befand. Heute befindet sich hier das Museum für Magie und Hexenverfolgung. 4.000 Hexenprozesse sind laut Angaben des Museums für das Mecklenburg des 16. und 17. Jahrhunderts dokumentiert.
Auf der Alten Burg Penzlin gab es vier Verbrennungen. Bei regelmäßigen Führungen erfahren Gäste Wissenswertes und Kurioses zum Thema Hexenverfolgung. Die Rundgänge starten im Rittersaal, der zur damaligen Zeit als Gerichtssaal fungierte. Hier fanden die so genannten gütlichen Befragungen nach dem Hexendasein statt. Konnte den Beschuldigten kein Geständnis abgerungen werden, folgte die Befragung in der Folterkammer mit einer Tortur an Daumen- und Beinschrauben, Streckbank, Folterstuhl und Folterkreuz. Beim letzten kam das Feuer zum Einsatz, mit dessen Hilfe die Achselhöhlen der Angeklagte angebrannt wurden.
Ein Geständnis durften die Frauen allerdings erst am dritten Tag ablegen, sodass sie das Prozedere mehrere Tage lang über sich ergehen lassen mussten. Eine weitere Station des Rundgangs sind die Verliese, kerkerähnliche Wandnischen, in denen die Frauen ausharren mussten. Den Abschluss der Führung bildet ein Besuch der Burgküche, auch Schwarzküche genannt, die sich in einer Art begehbarem Schornstein befindet. Übrigens: Wo früher Frauen verurteilt wurden, werden sie heute vermählt: Im Rittersaal befindet sich heute das Standesamt. Weitere Informationen: www.penzlin.de
Insel Rügen – Traditionell wird am Vorabend der RÜGANA, der Leistungsschau der Inselwirtschaft, eine Ausstellung aus einer der Partnerregionen des Landkreises Rügen im Stadtmuseum Bergen eröffnet. In diesem Jahr nimmt der Partnerkreis Bytow aus Polen die Gelegenheit wahr, kaschubische Volkskunst zu präsentieren. Gezeigt werden u.a. Skulpturen, Trachten und Kunstgegenstände. Die Kaschuben sind ein westslawischer Volksstamm mit eigenen Traditionen, eigener Sprache und einer farbenfrohen Volkskunst.
Die Partnerschaft zwischen Rügen und dem Kreis Bytow besteht seit drei Jahren. Darüber hinaus unterhält der Landkreis Rügen noch Partnerschaftsbeziehungen zur litauischen Hafenstadt Klaipeda, zur dänischen Insel Bornholm und zur Stadt Oldenburg in Niedersachsen. Eine enge Zusammenarbeit gibt es zudem mit Bornholm, der polnischen Stadt Swinoujscje und der südschwedischen Region Skane innerhalb der Kooperation „Vier Ecken der südlichen Ostsee“ sowie mit Bornholm, den finnischen Alandinseln, den estnischen Inseln Hiiumaa und Saaremaa und den schwedischen Inseln Gotland und Öland in der Organisation „B7“.
Die Ausstellung „Die Volkskultur der Kaschuben“ wird am Donnerstag, 02. September 2010, um 19:00 Uhr im Stadtmuseum Bergen eröffnet und ist bis Ende Oktober zu sehen.
Neue Ausstellung mit Objektkunst, Rorschachzeichnungen und Reservagen des Rügener Künstlers
Eröffnung 04. September um 17 Uhr
Ausstellungsdauer 05. September bis 31. Oktober 2010
Insel Rügen – Unter dem vielsagenden Titel ZEITzeichen/ ZEITzeugen zeigt die Galerie des Landkreises in ihrer nächsten Ausstellung Objekte und Zeichnungen des Rügener Künstlers Walter G. Goes. Als Maler, Grafiker, Objektkünstler und experimentell arbeitender Schriftsteller bewegt sich Goes, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, in unterschiedlichen Genres.

HERMAPHRODITE, 2006, Mixed Media
Fundstücke, sei es ein Textfragment, eine historische Reminiszenz oder ein triviales Objekt des Alltags, fügt er dabei oft in neue Bedeutungszusammenhänge ein. Seine künstlerische Haltung ist spielerisch, die inhaltliche Dimension jedoch stets gedanklich durchdrungen. „Seine Objekte, Treibgut vom Pflasterstrand und von den Landstraßen der Erinnerung weisen ihn als einen politischen Künstler im Sinne Godards aus: er macht aus Fundstücken Gedankenspiele.“ (Holger Teschke). Die gezeigten Objekte entstanden seit 1985. Gemeinsam mit „Rorschachzeichnungen“ und Reservagen stehen sie im Zentrum dieser Schau.

Kleckso 17, Rorschachzeichung, o. J., Tusche auf Papier
Walter G. Goes wurde 1950 in Aschersleben geboren. Er hat u. a. an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Werner Klemke und Dieter Goltzsche studiert. Ab 12. November 2010 stellt das Kulturhistorische Museum Stralsund unter dem Titel „Intentionen“ eine Werkschau seiner Arbeiten auf Papier und Leinwand aus. Als Kurator und Kunstvermittler hat Goes stets enge Kontakte zu Kollegen gepflegt und zahlreiche Kunstprojekte und Lesungen veranstaltet. Sein „Schwanenzimmer“ im Rahmen des Projektes „Kunst im Leerstand“ im Haus Circus 8 in Putbus ist noch bis zum 31. Oktober zu sehen.
Zur Ausstellung erscheint ein Werkkatalog der Objekte mit Texten von Peter Wawerzinek und Holger Teschke. Peter Wawerzinek hat soeben den Ingeborg-Bachmann-Preis 2010 erhalten. Er schätzt an seinem langjährig bekannten Kollegen den „Gaukler und Sammler“ – zur Eröffnung der Ausstellung am 4. September um 17 Uhr wird er zu seiner Person und seinem Werk sprechen.
Weitere Informationen:
Galerie des Landkreises
Orangerie Putbus
Telefon 038301/ 431
Ausstellung 5.9. – 31.10.2010
Täglich 10 – 17 Uhr
Ein Ausstellungsprojekt des Landkreises Rügen.
Friedrich, Runge, Klinkowström: Greifswald stärkt seinen Ruf als Zentrum der Romantik – Ausstellung “Geburt der Romantik” ab 28. August im Pommerschen Landesmuseum
Drei Lebensläufe, drei fast zur gleichen Zeit in Schwedisch-Pommern geborene Künstler: Mit einer bemerkenswerten Ausstellung rund um die Lebenswege dreier frühromantischer Maler stärkt Greifswald seinen Ruf als Zentrum der Romantik. Im Runge-Jahr – Philipp Otto Runge (1777-1810) starb am 2. Dezember vor 200 Jahren – eröffnet im Pommerschen Landesmuseum am 28. August die Ausstellung “Geburt der Romantik”. Die bis zum 21. November 2010 angesetzte Bilderschau präsentiert neben Werken des aus Wolgast stammenden Runge auch Arbeiten von dem in Greifswald geborenen Caspar David Friedrich (1774-1840) sowie von Friedrich August von Klinkowström aus dem nahe der Hansestadt gelegenen Ort Ludwigsburg (1778-1835). Mit insgesamt 30 Gemälden sowie 80 Grafiken bietet die bis zum 21. November 2010 laufende Sonderausstellung einen umfänglichen Blick in die Anfänge der Romantik. Unter den gezeigten Werken befinden sich unter anderem Friedrichs Gemälde “Greifswald im Mondschein” aus der Nationalgalerie Oslo oder Runges 1808 gemaltes Bildnis seines Freundes Klinkowström aus dem Belvedere in Wien, das genauso erstmals in des Malers Heimat zu sehen sein wird wie der Nachlass Klinkowströms aus österreichischem Privatbesitz.

Foto: Dr. Birte Frenssen, stellvertretende Direktorin des Pommerschen Landesmuseums, mit Caspar David Friedrich, “Neubrandenburg” (1817/1818), Pommersches Landesmuseum
In besonderem Maße steht bei “Geburt der Romantik” auch die Lebensgeschichte der Künstler im Zentrum, die mit der Fortentwicklung der romantischen Malerei eng verknüpft ist. Alle drei Maler verschrieben sich zum Entsetzen ihrer Väter der Leidenschaft für die Kunst. Ihre Wege kreuzten sich trotz unterschiedlicher Lebensentwürfe mehrfach. 1802 beispielsweise ging Klinkowström mit seinem Mentor Caspar David Friedrich nach Dresden, wo beide eine gemeinsame Wohnung bezogen. Hier schlossen auch Runge und Klinkowström eine lebenslange Freundschaft.
Um die Ausstellung über die Werke hinaus lebendig wirken zu lassen, haben die Kuratoren auch drei eigens für diesen Zweck gedrehte Filme zu Projekten in Pommern integriert, an denen alle drei Maler in unterschiedlicher Weise beteiligt waren. Zudem werden im Greifswalder Stadtbild schwebende Blüten zur Ausstellung führen und in der Museumshalle unterschiedliche Blumen aus Runges “Zeiten” blühen. Die Gemäldegalerie, in der ausgestellt wird, wurde im Übrigen von Caspar David Friedrichs Mentor Johann Gottfried Quistorp erbaut – die “Geburt der Romantik” wird daher an einem äußerst authentischen Ort erlebbar.
Auf den Spuren von Caspar David Friedrich durch Greifswald
Greifswald bietet neben dem Pommerschen Landesmuseum weitere Möglichkeiten, um sich mit Caspar David Friedrich und der Romantik zu beschäftigen. Auf die Spuren des Malers begeben können sich Gäste etwa am Hintergebäude seines Geburtshauses oder im Dom, in dem er getauft wurde, oder zu Fuß und per Rad auch auf dem Caspar-David-Friedrich-Bildweg. Dieser führt zu 15 Stationen, die mit dem Künstler in Verbindung stehen, darunter Motivstandorte wie der Klosterruine Eldena oder der Marktplatz. Im Mai dieses Jahres wurde zudem ein Caspar-David-Friedrich-Denkmal des Künstlers Claus Görtz im Stadtzentrum der Universitäts- und Hansestadt enthüllt. Weitere Informationen: www.pommersches-landesmuseum.de; www.greifswald.de (Pommersches Landesmuseum Greifswald)
Bis 2020 sind rund 10 Prozent der Kultureinrichtungen in Deutschland von Schließung bedroht – öffentliche Zuschüsse gehen bis 2020 um etwa 8 bis 10 Prozent zurück – neue Konzepte notwendig – mehr als jede zehnte Kultureinrichtung von Schließung bedroht
Düsseldorf – Der Handlungsdruck auf Kultureinrichtungen in Deutschland steigt. Bis zum Jahr 2020 sind rund 10 Prozent der Kultureinrichtungen von der Schließung bedroht. Betroffen sind insbesondere kleinere Kultureinrichtungen und solche, die von Gemeinden gefördert werden. Gründe hierfür sind die immer weiter steigenden Kosten, die bis 2020 um rund ein Viertel anwachsen werden sowie der Rückgang der öffentlichen Zuschüsse, die im selben Zeitraum um etwa 8 bis10 Prozent sinken werden. Dies geht aus einer Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney hervor. Um ihr Bestehen zu sichern, wird es für Kultureinrichtungen essentiell, neben den kulturellen Aspekten auch betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte in den Fokus zu rücken und neue Einnahmequellen zu erschließen. Potenzial bieten hier die private Finanzierung durch Kultursponsoring sowie eine verstärkte Ausrichtung auf den kulturinteressierten Besucher, der auch als Konsument begriffen werden sollte. Aber auch die stärkere Einbindung von Einzelhändlern und Gastronomen sowie das Anbieten eines eigenen Veranstaltungsservices schaffen weitreichende Möglichkeiten zur Eigenfinanzierung. Durch Kooperationen und Zusammenschlüsse können moderne Kunst- und Kulturzentren geschaffen und erhebliche Synergiepotenziale realisiert werden.
„Öffentliche Mittel für Kunst und Kultur stagnieren in den letzten Jahren und werden unserer Studie zufolge in Deutschland von 8,1 Milliarden Euro im Jahr 2009 um rund 8 bis10 Prozent im Jahr 2020 zurückgehen“, sagt Dr. Claudia Witzemann, Principalin bei A.T. Kearney und Leiterin der Kulturstudie: „Gleichzeitig ist mit einer Zunahme der Kosten zu rechnen: Ausgehend von heute wird bis 2020 ein Anstieg von rund 24 Prozent erwartet. Das bedeutet, dass bis 2020 rund 10 Prozent der Kultureinrichtungen in Deutschland von der Schließung bedroht sind.“
Sponsoringmittel sind im Gegenzug dazu konstant und bieten weiter Potenzial nach oben. So befinden sich die Ausgaben für Kultursponsoring in Deutschland seit dem Jahr 2000 auf einem konstanten Niveau von etwa 300 Millionen Euro.
Private Finanzierung und Sponsoring durch Unternehmen
Einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Finanzprobleme von Kulturinstitutionen leisten seit jeher die private Finanzierung sowie Sponsoringaktivitäten von Unternehmen. Einige Kultureinrichtungen in Deutschland finanzieren sich bereits zu einem großen Teil selbst. Festspiele haben dabei der Studie zufolge durchschnittlich einen höheren Eigenfinanzierungsanteil als Museen und Theater. Kulturhauptstädte finanzieren sich größtenteils aus öffentlichen Mitteln. Die Förderung der Kultureinrichtungen durch öffentliche Mittel variiert der Studie zufolge sehr stark: So liegt die Förderung pro Besucher bei den untersuchten deutschen Museen etwa zwischen 6 und 43 Euro, bei Theatern zwischen 6 und 159 Euro und bei Festspielen bis zu 88 Euro.
Um für Firmen die Attraktivität eines Engagements im Bereich Sponsoring zu erhöhen und die Potenziale umfassend zu nutzen, ist es jedoch nötig, neue Wege zu gehen: „Die kulturtreibenden Institutionen müssen Pakete schnüren, um Unternehmen bei der Markenpflege, beim Imageaufbau und Reputationsmanagement sinnvoll zu unterstützen“, sagt Dr. Martin Handschuh, Partner bei A.T. Kearney: „Die Orte der Kultur sollten sich als Drehscheibe etablieren zwischen der Gesellschaft, Kulturinteressierten, Unternehmen und Einzelhandelsgeschäften.“
Kulturinteressierte Besucher als Konsumenten begreifen
Ein weiterer wesentlicher Hebel zur Finanzierung von Kultureinrichtungen ist eine verstärkte Ausrichtung auf den kulturinteressierten Besucher, der auch als Konsument begriffen werden sollte. Aber auch eine stärkere Einbindung von Einzelhändlern und Gastronomen sowie das Anbieten eines eigenen Veranstaltungsservices bieten enormes Potenzial und Möglichkeiten zur Eigenfinanzierung. „Durch eine stärkere Verankerung des Kulturkonsumenten-Bereiches können die Budgets der Institutionen um bis zu 30 Prozent erhöht werden“, so Witzemann: „Aber auch hier sind innovative Konzepte notwendig, um vorhandene Potentiale zu nutzen.“
Durch publikumswirksame Sonderausstellungen können Museen ihre Besucherzahlen und damit auch ihre Bekanntheit deutlich steigern. Dies zeigt sich zum Beispiel bei der 2009 stattgefundenen Ausstellung „Der Blaue Reiter“ des Museums Frieder Burda in Baden-Baden, die zu einer Verdopplung der durchschnittlichen Besucherzahlen im Ausstellungszeitraum geführt hat.
Neue Geschäftsfelder im Bereich Einzelhandel und Gastronomie
Im Rahmen der Studie hat A.T. Kearney Best Practice-Beispiele zusammengetragen. So bedienen sich moderne Kulturinstitutionen für ihre Shops professioneller Einzelhändler, die die Umsätze pro Besucher von durchschnittlich einem bis zwei Euro auf bis zu zwölf Euro pro Besucher steigern können. Dazu gehört auch ein professioneller Internetshop, der bei einzelnen Best Practices-Beispielen, wie dem Metropolitan Museum of Arts in New York oder der Londoner Tate Modern mehrere Millionen Euro einbringen kann. Betreiber von Museumsshops etablieren sich bereits im Markt. Beispiele sind Cedon mit bereits zehn Standorten in Deutschland und Österreich oder Gerstenberger mit derzeit sieben Standorten in Deutschland.
Im Gastronomiebereich setzen Kultureinrichtungen ebenfalls vermehrt auf professionelle Dienstleister, so zum Beispiel auf Do&Co im BMW Museum in München und in der Albertina in Wien oder den Österreicher im Museum für angewandte Kunst in Wien. Teilweise wird sogar mit Star-Köchen zusammen gearbeitet, wie beispielsweise mit Sarah Wiener im Museum für Gegenwart in Berlin. Dies erhöht nicht nur die Miet- bzw. Pachteinnahmen des Museums, sondern stärkt auch wesentlich das Image und die Bekanntheit der Institutionen, was letztlich zu steigenden Besucherzahlen führt. In diesem Bereich ist die Entstehung von Kulturgastronomie-Betreibern festzustellen, wie Kaefer mit drei Standorten in Münchner Theatern oder Do&Co mit bereits drei Standorten in Wien, München und London. Das Metropolitan Museum of Arts hat den The Trustees Dining Room und die The Patrons Lounge exklusiv für Mitglieder geschaffen, in der Londoner Tate Modern gibt es mit dem Members Room ebenfalls einen Raum mit einem Gastronomieangebot exklusiv für Mitglieder. Beide Einrichtungen erfreuen sich großer Beliebtheit und dienen zudem als Mittel einer langfristigen Kundenbindung an die Kultureinrichtung.
Anbieten eigener Veranstaltungsservices
Im Bereich Veranstaltungen haben Kultureinrichtungen in der Vergangenheit lediglich Räumlichkeiten vermietet und so Mieteinnahmen generiert. Potenzial bieten aber insbesondere neue, innovative Konzepte, bei denen die Kulturinstitutionen selbst zum Veranstalter werden. Best Practice hier ist ebenfalls das Metropolitan Museum of Arts in New York, das sowohl eine weltberühmte Gala als auch Kunstreisen veranstaltet. Ein weiteres Beispiel ist das Belvedere in Österreich, das mit der Veranstaltung Kunst und Kulinarik Besucher anzieht und im Kindermalen die nächste Generation für Kunst begeistern will.
Kooperationen und Schaffung von Kulturzentren
„Ein weiterer Baustein zum wirtschaftlichen Betrieb von Kulturinstitutionen stellt zudem der Zusammenschluss verschiedener Einzelinstitutionen dar“, so Witzemann: „Das gemeinsame Nutzen zentraler Einrichtungen bietet erhebliche Synergiepotenziale. Ein geschlossener Auftritt gegenüber Geschäftspartnern stärkt darüber hinaus die Verhandlungsposition. Die gemeinsame Verwaltung bietet aber auch inhaltlich Vorteile.“
Ein erfolgreiches Beispiel ist das 2001 in Österreich gegründete Museumsquartier, in dem neben drei großen Museen auch eine Vielzahl kleinerer Kulturinstitutionen zusammengefasst ist. In Deutschland ist die Museumsinsel in Berlin zu nennen. Hier ist die Verbindung einzelner Institutionen durch die James Simon-Galerie geplant sowie die Etablierung zentraler Gastronomie und Shop-Konzepte. Schon heute hat die Museumsinsel 2,6 Millionen Besucher pro Jahr, die durch die Vernetzung der einzelnen Institutionen 2012 noch deutlich erhöht werden können. Das Kunstareal München sowie die staatlichen Kunstsammlungen Dresden stellen zudem einen wichtigen Schritt für eine erfolgreiche weitere Etablierung von Kulturdestinationen dar. International sind beispielsweise die neuen Kulturdestinationen im spanischen Bilbao und die derzeit entstehende in den Vereinigten Arabischen Emiraten wegweisend. So wird in Saadiyat Island mit dem Cultural District Abu Dhabi ein modernes Kunst- und Kulturzentrum entstehen, bei dem eine Reihe renommierter internationaler Museen wie das Guggenheim Abu Dhabi und der Louvre Abu Dhabi beteiligt sind.
„Diese Beispiele zeigen, was im Bereich Kulturinstitutionen alles möglich ist. Anstatt an alten Gewohnheiten festzuhalten, wird die innovative Weiterentwicklung für Kulturinstitutionen überlebenswichtig sein“, sagt Witzemann: „Dazu wird auch eine Weiterentwicklung in der Führung von Kulturinstitutionen notwendig sein. Neben der inhaltlichen Gestaltung wird die Frage nach der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung immer wichtiger. Die Museen und Theater, aber auch Festspiele und Kulturhauptstädte müssen sich in Zukunft ähnlich wie moderne Unternehmen aufstellen – damit die Gratwanderung zwischen kulturellen und wirtschaftlichen Interessen gelingt. In vielen Bereichen hat sich die Etablierung einer Doppelspitze bewährt, die inhaltliche und kaufmännische Kompetenzen miteinander vereint.“




