Archiv: Montag, 8. März 2010
Schwerin – Die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Dr. Margret Seemann, führt heute anlässlich des Internationalen Frauentags die Veranstaltung “Der Beamte im Mutterschutz” oder: Vom Zusammenhang zwischen Sprache – Wahrnehmung – Denken durch.Die Veranstaltung wird von der Schweriner Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow unterstützt.
Seemann: “Vor 99 Jahren wurde zum ersten Mal der Internationale Frauentag begangen. In erste Linie sollte dieser Tag dazu dienen, für das Frauenwahlrecht zu kämpfen, aber auch für andere Frauenrechte wie Lohngleichheit und Mutterschutz. Viele Erfolge bzgl. der Gleichberechtigung und Frauen und Männern sind seitdem erzielt worden, so auch das Wahlrecht für Frauen. Aber Frauen verdienen immer noch weit weniger als ihre männlichen Kollegen oder werden im Beruf benachteiligt, wenn sie Kinder haben. Über den Stand der Gleichberechtigung gibt auch die Sprache Auskunft. Denn: Sprache widerspiegelt das Denken. Bei der hohen Geschwindigkeit, in der das menschliche Gehirn Texte verarbeitet, werden berufliche Chancen für Frauen oder Männer ausgeblendet, wennnur z.B. von Ärzten und Lehrern oder Erzieherinnen und Zimmermädchen gesprochen wird. Damit schwindet unser Bewusstsein für die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und Männern am Leben.”
“Leider ist die deutsche Sprache immer noch männlich, nicht nur in der Verwaltung. Schon fünf Minuten im Wartebereich unseres Stadthauses bringen das zum Ausdruck. Da heißt es immer: Der Nächste bitte! Selbst wenn eine Frau die Nächste ist. Es ist noch immer keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen und Männer in der Behördensprache gleichberechtigt angesprochen werden. Aber wo wir Frauen nicht mit genannt werden, da wird in der Regel auch nicht an uns gedacht”, meint Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.
Über einhundert Personen sind nach Schwerin gekommen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Es geht darum, dass die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen auch in der Sprache deutlich werden muss und wie dies im alltäglichen Sprachgebrauch durchgesetzt werden kann. “Denn nur, was explizit benannt wird, wird auch wahrgenommen. Und nur, wer direkt angesprochen wird, fühlt sich angesprochen und ist angesprochen,” so Seemann.
Mecklenburg-Vorpommern unterstützt innovative Antriebstechnologie SkySails
Der Landwirtschafts- und Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns Dr. Till Backhaus nimmt heute in den Niederlanden an der Vorstellung des ersten Fischtrawlers teil, der per “SkySails-Zugdrachen” angetrieben wird.
Das Fischereifahrzeug ROS-171 “Maartje Theadora” gehört zur Westbank Hochseefischerei GmbH und hat seinen Heimathafen in Rostock.
“Mit dem SkySails-System ist es möglich, den Treibstoffverbrauch um bis zu 50 % zu reduzieren, abhängig natürlich von den Windverhältnissen und anderen aktuellen Bedingungen. Das ist beachtlich und die signifikante Einsparung von Kosten ist für die Reeder von großer Bedeutung”, so Minister Backhaus. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass eines der größten Unternehmen in der Fischereibranche, Parlevliet van der Plas B.V., die Vorreiterrolle übernommen hat.
“Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, dass mein Land Mecklenburg-Vorpommern hier Pionierarbeit unterstützt und begleitet. Mit einer äußerst großzügigen Förderung im Rahmen des Europäischen Fischereifonds 2007-2013 war es möglich, das Vorhaben umzusetzen. Finanzielle Mittel der EU in Höhe von 583.000 € und des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 194.000 € sind bewilligt und kommen zum Einsatz. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Geld sehr gut angelegt ist. Es ist eine Investition in die Zukunft”, so Backhaus bei der Inbetriebnahme.
Die Europäische Union und das Land Mecklenburg-Vorpommern sehen dieses Projekt als einen Vorreiter mit hohem Multiplikationspotenzial für die langfristige Verbesserung der Ressourceneffizienz und Verringerung der Umweltbelastung in der Fischerei.
Rudolph: Frische und Qualität aus MV sichern mehr Wertschöpfung im Land
Der Schlachtbetrieb Möllin aus Gadebusch baut seine Betriebsstätte deutlich aus. Schwerpunkt ist die Errichtung einer isolierten Konfektionierhalle und einer Versandhalle mit Gefrierzelle. “Das Unternehmen behauptet sich mit seinen Produkten seit neun Jahren in hochwertiger Qualität auf dem Markt. Durch die nun geplanten Investitionen soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens am Markt weiter gestärkt werden”, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Stefan Rudolph vor Ort.
Mehr als die Hälfte der produzierten Fleischwaren und auch die Produkte des Partyservice werden auch überregional abgesetzt. Beliefert werden unter anderem Rostock, Hamburg, Kiel, Berlin, Radeberg, Teutschenthal. Das Unternehmen wurde 1991 in Möllin bei Gadebusch von Frank Speck gegründet. Es bietet aus eigener Produktion Fleisch- und Wurstwaren von Tieren aus Mecklenburger Landwirtschaftsbetrieben an. Ein weiteres Geschäftsfeld ist der Partyservice. Mit Abschluss der Investitionen werden 30 Dauerarbeitsplätze (DAP) gesichert, davon sind fünf Auszubildende. Zwei zusätzliche DAP werden geschaffen.
“Wichtig ist, dass die in Mecklenburg-Vorpommern erzeugten Rohstoffe bei uns im Land verarbeitet und veredelt werden”, sagte Rudolph. “Frische und Qualität aus Mecklenburg-Vorpommern sichern mehr Wertschöpfung im Land.” Der Schlachtbetrieb Möllin gehört zu einer der wichtigsten Branchen in MV, der Ernährungsindustrie. “Diese Branche ist nach Beschäftigten und Umsatz der größte Industriezweig im Land innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes”, sagte Rudolph. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes beträgt 34 Prozent. In den rund 90 Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten sind circa 14.000 Mitarbeiter beschäftigt. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. “Mecklenburg-Vorpommern hat sich zu einem attraktiven Standort für die Ernährungsindustrie entwickelt und bietet gute Rahmenbedingungen für Investitionen”, so Rudolph abschließend.
Schulen in Mecklenburg-Vorpommern können sich jetzt bei Deutschlands größtem Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung bewerben
- In Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich derzeit 2.700 Schüler und 100 Lehrer an 23 Schulen
- Mit 90.000 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern an rund 660 Schulen größtes privat finanziertes Projekt zu Rhetorik und Debatte
- Schulen können sich ab sofort für Jugend debattiert bewerben
Schwerin – Jugend debattiert soll auch im nächsten Schuljahr wachsen: In Mecklenburg-Vorpommern können jetzt weitere Schulen in das Netzwerk aufgenommen werden. Rund 2.700 Schüler und 100 Lehrer an 23 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr am Landeswettbewerb Jugend debattiert in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt. Bundesweit nehmen 90.000 Schüler und 4.500 Lehrer an rund 660 Schulen teil. Mit einer Unterrichtsreihe und einem bundesweiten Wettbewerb bringt Jugend debattiert Rhetorik in die Schule: Das Projekt fördert die sprachliche und politische Bildung ebenso wie die Meinungs- und Persönlichkeitsbildung von Schülerinnen und Schülern ab Klasse 8. Jugend debattiertist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Kooperationspartner sind die Kultusministerkonferenz und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern. Das Ministerium erhöht sein personelles und finanzielles Engagement und ermöglicht damit die Ausweitung des Projekts in Mecklenburg-Vorpommern. Interessierte Schulen finden weitere Informationen zur Teilnahme im Internet unter www.jugend-debattiert.de/teilnahme. Bewerbungen sind bis zum 31. Mai 2010 über den Landesbeauftragten, Herrn Heiko Schön (H.Schoen@iq.bm.mv-regierung.de) beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur möglich.
“Wir freuen uns sehr, dass durch das verstärkte Engagement des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur jetzt noch mehr Schulen in Mecklenburg-Vorpommern bei Jugend debattiert mitmachen können” ,so Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, stellvertretend für die Projektpartner. “Jugend debattiert regt die Jugendlichen zum qualifizierten Mitreden und Mitgestalten in der Demokratie an: Die Schülerinnen und Schüler lernen aufmerksam zuzuhören, kritische Fragen zu stellen und überzeugend zu präsentieren. Deshalb ist es uns so wichtig, dass Debattieren bereits in der Schule geübt wird.”
Minister Tesch: “In den vergangenen Jahren haben mich bereits mehrfach beim Landesfinale die hervorragenden Fähigkeiten, die unsere Schülerinnen und Schüler durch das Projekt erworben haben, beeindruckt. In persönlichen Gesprächen mit ihnen und Lehrerinnen und Lehrern wird sehr deutlich, dass mit dem Projekt auch die Partizipationskultur an den Schulen gewinnt. Wesentlich erscheint mir außerdem, dass Jugend debattiert nicht nur Wettbewerb ist, sondern sich nachhaltig positiv auf die Unterrichtsentwicklung auswirkt.”
Jugend debattiert wendet sich an alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen ab Klasse 8 und kann in vielen Schulfächern eingesetzt werden. Mindestens zwei Lehrkräfte der Schule, die sich an Jugend debattiert beteiligen möchte, müssen eine Fortbildung zum Jugend debattiert-Lehrer besuchen. Die Fortbildungen werden von besonders erfahrenen und dafür ausgebildeten Projektlehrkräften, sogenannten Lehrer-Trainern, durchgeführt. In den Fortbildungen wird vermittelt, wie das Debattieren im Unterricht eingeführt und eingesetzt werden kann. Alle Jugend debattiert-Schulen arbeiten schulartübergreifend in Regionalverbünden zusammen.
In einer Debatte bei Jugend debattiert äußern sich jeweils vier Jugendliche zu aktuellen politischen und schulischen Streitfragen. Jeder erhält zunächst zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der er seine Position – pro oder contra – darlegt. Es folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für ein Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute zur Verfügung. Bewertet wird die Debatte nach den Kriterien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Die Debatten finden in zwei Altersgruppen statt: den Klassen 8 bis 10 und den Jahrgangsstufen 11 bis 13.
Jugend debattiert verbindet Wettbewerb mit Training. Für die Schülerinnen und Schüler beginnt Jugend debattiert mit einer Unterrichtsreihe in der Klasse. Anschließend folgt der Wettbewerb, zunächst in der Schule, dann im Regionalverbund und schließlich auf Landesebene. Die besten acht Schüler, die sich zuvor auf Regionalverbundsebene durchsetzen, debattieren am 8. April beim Landesfinale in Schwerin. Regional- und Landessieger gewinnen jeweils ein Seminar zur Vorbereitung auf die nächste Stufe des Wettbewerbs. Die vier Landesbesten vertreten Mecklenburg-Vorpommern dann beim Bundesfinale, das dieses Jahr am 20. Juni mit Bundespräsident Horst Köhler, dem Schirmherrn von Jugend debattiert, in Berlin stattfindet.
Was sich die Schüler und Schülerinnen in Unterricht und Seminar erarbeiten, trägt auch über den Wettbewerb hinaus: Jugend debattiert stärkt die kommunikativen Fähigkeiten, verbessert die Urteilsbildung und gibt mehr Sicherheit im Auftreten, auch bei Prüfungen und Bewerbungen.
Interessierte Schulen erhalten Informationen zur Teilnahme an Jugend debattiert und zum Fortbildungsangebot für Lehrkräfte im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur oder beim Landesbeauftragten für Jugend debattiert. Die Kontaktdaten sind im Internet unter www.jugend-debattiert.de/teilnahme zu finden.
Schwerin – Anlässlich des Internationalen Frauentags, der heute begangen wird, hat Ministerpräsident Erwin Sellering die “großen Fortschritte” betont, die die Gleichstellung von Frauen und Männern gemacht hat. Er erinnerte an die “finsteren Zeiten” vor fast hundert Jahren, in denen der Frauentag erfunden wurde: “Frauen ohne Wahlrecht, ohne Ausbildung, gebunden an Heim und Herd – das ist zum Glück vorbei. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen berufstätig sind und über gleiche staatsbürgerliche Rechte verfügen”, sagte Sellering. Dieser gesellschaftliche Wandel sei Frauen nicht etwa geschenkt worden, sie hätten vielmehr “zäh und lange” um Verbesserungen kämpfen müssen. “Lassen Sie sich am Montag tüchtig feiern”, forderte Sellering die Frauen in Mecklenburg -Vorpommern auf, “Sie haben es sich verdient.”
Nach den Worten von Ministerpräsident Sellering setzt sich die Landesregierung dafür ein, dass Frauen und Männer Beruf und Familie künftig noch besser unter einen Hut bekommen. “Unter anderem geben wir zusätzlich 15 Millionen Euro pro Jahr, um die – ohnehin schon gute – Arbeit in den Krippen und Kitas zu verbessern”, sagte Sellering. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident wies darauf hin, dass es – trotz aller Erfolge – immer noch gesellschaftliche Bereiche gibt, in denen Frauen benachteiligt werden. “Die Forderung “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!” ist leider noch lange nicht erfüllt”, kritisierte er.
Ministerpräsident Erwin Sellering wird am Internationalen Frauentag beim Landesverband der Volkssolidarität zu Gast sein, der in Klink seine Feier abhält. Mit ihrem “unermüdlichen Einsatz” leisteten die in der Volkssolidarität organisierten Frauen einen “wesentlichen Beitrag zu einem sozialen, liebenswerten Mecklenburg-Vorpommern”, sagte Sellering.
Qualifiziert, berufstätig und mobil
Schwerin – Wussten Sie schon, dass 51,8 Prozent der in Mecklenburg-Vorpommern arbeitenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiblich sind? 74,2 Prozent der hier arbeitenden Frauen verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung (69,9 Prozent der Männer), darunter 7,9 Prozent über den Abschluss einer wissenschaftlichen Hochschule bzw. Universität (Männer: 8,3 Prozent). 30,8 Prozent der Frauen arbeiten als Teilzeitbeschäftigte (Männer: 6,3 Prozent). Die meisten Frauen üben einen Organisations-, Verwaltungs- bzw. Büroberuf aus (27,0 Prozent) bzw. arbeiten im Wirtschaftsbereich Gesundheits- und Sozialwesen (22,3 Prozent).
Von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Mecklenburg-Vorpommern wohnen, pendeln 13,3 Prozent zur Arbeit in ein anderes Bundesland aus. Von ihnen sind 31,2 Prozent weiblich. 50,3 Prozent der Auspendlerinnen sind zwischen 20 und 40 Jahren alt, 3,7 Prozent sind jünger als 20 Jahre und 0,2 Prozent sind 65 Jahre und älter. 84,0 Prozent der auspendelnden Frauen arbeiten im früheren Bundesgebiet, darunter 37,1 Prozent in Schleswig-Holstein. 18,2 Prozent der Auspendlerinnen arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen und 17,9 Prozent im Wirtschaftsbereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen.
Von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten, wohnen 4,3 Prozent in einem anderen Bundesland. 35,7 Prozent der Einpendler sind weiblich. Von den Einpendlerinnen sind 49,5 Prozent zwischen 20 und 40 Jahren alt, 4,2 Prozent sind jünger als 20 Jahre und 0,4 Prozent sind 65 Jahre und älter. 48,2 Prozent der einpendelnden Frauen kommen aus dem früheren Bundesgebiet, die meisten davon (30,0 Prozent) aus Schleswig-Holstein. 66,8 Prozent der Einpendlerinnen aus den neuen Ländern kommen aus Brandenburg. Von den Einpendlerinnen arbeiten 13,9 Prozent im Wirtschaftsbereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und 13,6 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen.
Teuerungsrate im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen
Schwerin – Die Verbraucherpreise in Mecklenburg-Vorpommern haben sich gegenüber Februar 2009 um durchschnittlich 0,9 Prozent erhöht. Wie das Statistische Amt weiter mitteilt, fiel damit die Teuerung geringer aus als im Januar mit + 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Verbraucherpreisindex lag im Februar 2010 bei 109,3 (2005 = 100).
Bei Nahrungsmitteln setzte sich die verbraucherfreundliche Entwicklung des Vormonats fort: In Jahresfrist sanken die Preise um 1,6 Prozent, gegenüber Januar um 0,3 Prozent, aber nicht einheitlich bei allen Produkten bzw. Produktgruppen. So verbilligte sich Gemüse zwar im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent, im Vergleich zum Vormonat verteuerte es sich um 3,1 Prozent. Noch größere Preissprünge waren bei Butter zu beobachten. Ihr Preis erhöhte sich in Jahresfrist um 26,1 Prozent; im Monatsvergleich zum Januar 2010 fiel er um 11,5 Prozent.
Der frostige Winter ließ im Februar die Preise für Energie in unterschiedlichem Maße steigen. Während sich die Stromkosten in nur geringem Maße um 0,3 Prozent im Jahresvergleich erhöhten, mussten für Heizöl 18,4 Prozent mehr gezahlt werden. Gas und Fernwärme waren sogar um 17,2 bzw. 12,4 Prozent günstiger als im Februar 2009. Insgesamt haben sich die Aufwendungen für Haushaltsenergie im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 Prozent, gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent verringert.
Das Preisniveau für Bekleidung und Schuhwaren, das schon in den vergangenen Monaten deutlich höher als im Vorjahr war, lag auch im Februar mit + 4,7 Prozent erheblich über der durchschnittlichen Teuerungsrate.
Kraftstoffe verteuerten sich im Februar 2010 mit + 13,3 Prozent gegenüber Februar 2009 im zweistelligen Bereich. Damit waren sie für die Aufwendungen zur Mobilität der Bürger der größte Preistreiber. Günstig hingegen waren in der Anschaffung im Februar hochwertige technische Produkte. Das betraf vor allem Fernsehgeräte (- 22,2 Prozent), Digitalkameras (- 14,3 Prozent), PC (- 14,5 Prozent) und Notebooks (- 12,2 Prozent, jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat).
Saisonbedingt mussten im Winterferienmonat Februar für Pauschalreisen 10,1 Prozent und für die Miete von Ferienwohnungen und -häusern 6,8 Prozent mehr als im Januar entrichtet werden.
Weitere Informationen enthält der Statistische Bericht “Verbraucherpreisindizes in Mecklenburg-Vorpommern, Februar 2010″. Er wird kostenfrei im Internet unter www.statistik-mv.de zur Verfügung gestellt und kann schriftlich unter der Bestellnummer M123 2010 02 beim Statistischen Amt Mecklenburg-Vorpommern, Postfach 12 01 35, 19018 Schwerin oder per Telefax 0385 4801-4416 bzw. E-Mail statistik.vertrieb@statistik-mv.de zum Preis von 4,00 EUR zuzüglich Versandkosten bestellt werden.
Gützkow – Am 06. März 2010, gegen 19:35 Uhr, ereignete sich auf der B 111 zwischen Gützkow und Züssow ein Verkehrsunfall mit zwei getöteten und drei schwer verletzten Personen, die ersten Erkenntnissen nach einer in Berlin (Ortsteil Moabit des Bezirks Mitte) wohnhaften Familie aus Mazedonien angehören.
Der allein beteiligte und mit fünf Personen besetzte VW Passat befuhr die B 111 aus Richtung Gützkow kommend in Richtung Züssow. Kurz vor der Ortschaft Gribow geriet das Fahrzeug nach dem Durchfahren einer Rechtskurve auf winterglatter Fahrbahn nach links von der Fahrbahn ab und prallte anschließend mit der Beifahrerseite gegen einen Straßenbaum.
Bei dem Unfall verstarben der 40jähriger Beifahrer und die hinter ihm sitzende 64jährige Frau.
Der aus dem Wagen geschleuderte 34jährige Fahrer sowie die zwei weiteren weibliche Insassen im Alter von 36 und 37 Jahren wurden schwer verletzt.
Zur Untersuchung des Unfallhergangs wurde durch die Staatsanwaltschaft der Einsatz eines Unfallsachverständigen der Dekra angeordnet.
Seidel: Brasilien ist Markt mit Potential für heimische Wirtschaft
Schwerin – Am Sonntag ist die siebentägige Brasilienreise einer 45-köpfigen Wirtschaftsdelegation, davon 25 Unternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern, unter Leitung von Wirtschaftsminister Jürgen Seidel zu Ende gegangen. Stationen der Reise waren unter anderem Sao Paulo und der südlich von Sao Paulo gelegene Bundesstaat Santa Catarina mit den Städten Florianopolis, Blumenau und Pomerode. “Ein Stück Mecklenburg aber vor allem auch Vorpommern ist in Brasilien wiederzufinden. Tradition, Kultur und Lebensart aus unserem Land werden vor allem in Santa Catarina gepflegt”, sagte Seidel zum Abschluss der Reise. Pommersche Auswanderer sind vor allem im 19. Jahrhundert insbesondere in den brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina gezogen.
In Pomerode, einer Stadt mit etwa 22.000 Einwohnern, ist vor dem Theater feierlich der Grundstein für einen “Torgelowplatz” gelegt worden. Vor dem Rathaus gibt es bereits einen “Greifswalder Platz”. Torgelow hat ein Kooperationsabkommen und Greifswald pflegt eine Städtepartnerschaft mit Pomerode. Ein Großteil der Bevölkerung spricht noch heute deutsch, was zum Teil auch im täglichen Gebrauch verwendet wird.
Schon heute ist Brasilien ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Unternehmen. Rund 1.300 deutsche Unternehmen in Brasilien erwirtschaften vor Ort allein 10 Prozent des industriellen Bruttosozialprodukts. “Mecklenburg-Vorpommern hat im Außenhandel mit Brasilien noch viel Potential, was es künftig zu erschließen gilt. Es wäre wünschenswert, wenn der Außenhandel zwischen MV und Brasilien langfristig weiter angekurbelt wird. Erste Schritte sind in den vergangenen Tagen dafür gemacht worden. Mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein unserer heimischen Wirtschaft lassen sich neue Absatzmärkte erschließen. Es hat sich gezeigt, dass die Sachkenntnis der Hochschulen und Firmen auf reges Interesse in Brasilien stößt. Mögliche Schwerpunkte einer Zusammenarbeit können im Umwelt- und Abfallbereich liegen”, sagte Seidel, der eine positive Bilanz am Ende der Brasilienreise zog. So sind in Blumenau Kooperationen zwischen brasilianischen Partnern und Unternehmen aus MV, der Hochschule Neubrandenburg und dem Umweltnetzwerk envi MV (siehe Presseinformation vom 05.03.2010, Nummer 54/10) abgeschlossen worden. In Sao Paulo haben sich 12 Unternehmen aus MV auf einer Kooperationsbörse vor brasilianischen Unternehmen präsentiert. Mehr als 40 Gespräche sind geführt worden.
Auf Brasilien entfällt derzeit knapp ein Prozent des gesamten Außenhandels Mecklenburg-Vorpommerns. In 2008 sind nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Amtes Waren im Wert von 29,6 Millionen Euro nach Brasilien exportiert worden. Hauptausfuhrgüter nach Brasilien waren beispielsweise Kräne, Förderbänder sowie Maschinen für das Papier- und Druckgewerbe. Die Einfuhren aus Brasilien nach Mecklenburg-Vorpommern hatten im Jahr 2008 einen Wert von rund 51,5 Millionen Euro. Importiert wurden vor allem Fleisch- und Wurstwaren sowie Obst- und Gemüsesäfte.
Die Delegationsreise ist neben dem Wirtschaftsministerium von der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg sowie dem Unternehmerverband Vorpommern organisiert worden. Minister Seidel hat sich während der Reise mit brasilianischen Vertretern aus Politik und Wirtschaft getroffen sowie mit Kammern und Verbänden Möglichkeiten der Zusammenarbeit besprochen. Die mitreisenden Unternehmer stammten aus den Bereichen Umwelttechnik, Industrie und Dienstleistungen. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und die Fachhochschule Neubrandenburg nutzten die Reise, um ihre Kontakte zur Universität Blumenau auszubauen. Zur Wirtschaftsdelegation gehörten Vertreter der Industrie- und Handelskammern aus Rostock und Neubrandenburg sowie der Oberbürgermeister der Hansestadt Greifswald, Dr. Arthur König, und der Bürgermeister von Torgelow, Ralf Gottschalk.




